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Kernkraftwerk Lubmin: Vom Energieerzeuger zum Milliardenprojekt des Rückbaus

03.09.2025

Kosten für Rückbau werden fast doppelt so hoch wie geplant und es dauert weit länger

KKWAKWLubmin.jpg
Kernkraftwerk Lubmin © EWN GmvH
Sechzehn Jahre lang lieferte das Kernkraftwerk Lubmin, das auch unter dem Namen KKW Greifswald bekannt ist, Strom - seit drei Jahrzehnten läuft nun der Rückbau. Was einst mit der Vision der raschen Rückführung zu einer „grünen Wiese“ begann, ist längst zu einem aufwendigen Generationenprojekt geworden.
1990 wurde das größte DDR-Kernkraftwerk wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet, 1995 begann der Rückbau. Ursprünglich sollten die Arbeiten 2012 abgeschlossen sein, die Kosten waren mit drei bis fünf Milliarden Euro kalkuliert.

Heute zeigt sich: Die Realität sieht anders aus. Die staatliche EWN GmbH, die für die Arbeiten verantwortlich ist, rechnet nun mit einem Abschluss frühestens Mitte der 2040er Jahre. Die Kosten dafür könnten laut einer Reportages von NDR auf bis zu elf Milliarden Euro steigen. 
Hauptgrund für die Verzögerungen sind unerwartete radioaktive Belastungen in Gebäudeteilen.  Dort waren während des Betriebs kontaminierte Abwässer eingelagert, die in Betonwände und -böden eindrangen. Erst beim Rückbau zeigte sich das Ausmaß der Belastung, deutlich komplexer als erst angenommen. 
 
Ein eindrucksvolles Zeitdokument liefert die NDR-Reportage  „Das nukleare Pokerspiel der DDR an der Ostsee“, die an die energiepolitischen Ambitionen der DDR erinnert und verdeutlicht, wie eng technische Euphorie und spätere Risiken zusammenhängen.
So bleibt das ehemalige Kernkraftwerk Lubmin auch 50 Jahre nach seiner Inbetriebnahme ein Symbol – für die Versprechen der Atomkraft ebenso wie für ihre langen Schatten.
 
 

Links

  • NDR-Reportage „Das nukleare Pokerspiel der DDR an der Ostsee“
  • NDR Kernkraftwerk Lubmin: 16 Jahre Stromerzeugung - 50 Jahre Rückbau
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