Jugendliche erkunden schmelzende Gletscher in Tirol
Auf dem Programm standen Wanderungen und erste Erfahrungen beim Bergsteigen, naturwissenschaftliche Experimente, der gemeinsame Alltag im Camp, Teamspirit und persönliche Entwicklung. Abenteuerlust und Neugierde auf die Natur haben sie zur Teilnahme motiviert. Wie beschleunigen Gestein und Sedimente die Gletscherschmelze und weshalb wirken sie isolierend? Gemeinsam führten sie Experimente durch, um die Einflussfaktoren auf Gletscher zu untersuchen und diese Frage zu beantworten. Vor allem wollten sie mehr über den Klimaschutz und den Kampf gegen den Gletscherschwund erfahren. E
ine der Teilnehmerinnen erinnert sich daran, wie sie „eine Gletschermühle entdeckt und dort eine Eisklettertour unternommen hat“. Für ihre neue Freundin war es hilfreich, „besser zu verstehen, wie sehr sich 1,5 °C auf unsere Erde auswirken. Als Menschen nehmen wir 1,5 °C mehr oder weniger nicht unbedingt wahr. Der Gletscher jedoch schon.“
Das Ziel der kostenlosen Expedition war es, einen möglichst inklusiven Zugang zu diesem kostspieligen und männerdominierten Fachgebiet zu ermöglichen sowie alternative Vorbilder zu präsentieren. Die Teilnahme war jungen Frauen* aus unterschiedlichen sozialen Schichten vorbehalten und bot ihnen einen sicheren Rahmen, um körperliche und mentale Herausforderungen zu meistern. Die unterstützende Gruppendynamik, die künstlerische Auseinandersetzung mit der Landschaft und den eigenen Emotionen, die wissenschaftlichen Experimente und das Überschreiten persönlicher Grenzen: Das alles stärkte das Selbstvertrauen der am Übergang zum Erwachsenenleben stehenden Teilnehmerinnen – eine wichtige Voraussetzung, um sich für Klima- und soziale Gerechtigkeit zu engagieren.
Zurück in Innsbruck, nutzten die Teilnehmerinnen ihre Ergebnisse aus den Mini-Forschungsprojekten sowie ihre neu erworbenen Alpinkenntnisse und ihre Kunstwerke für eine öffentliche Abschlusspräsentation. Ausgestattet mit wissenschaftlichen Infos und gestärkt durch die Gruppenerfahrung traten sie alle selbstbewusst vor das Publikum. Über 50 Personen (Familienangehörige, Freund:innen und andere interessierte Besucher:innen) besuchten die interaktiven Stationen zu den Themen Gletscherschmelze, ökologische Sukzession und Knotenkunde am Berg und lauschten den Erkenntnissen der neu gewonnenen Berg- und Gletscherbotschafterinnen.
Über das Projekt:
Der Verein Girls* on Ice Austria ist Teil des internationalen Netzwerks Inspiring Girls* Expeditions. Jedes Jahr veranstaltet er kostenlose Camps für Schülerinnen* (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen) der Sekundarstufe, die Feldforschung, Kunst und Reisen in die Wildnis miteinander verbinden.
Young Glacier Voices ist ein Projekt von CIPRA International, das zwei Gletschercamps, Bildungsaktivitäten und Sensibilisierungskampagnen umfasst. Es zielt darauf ab, das Umweltbewusstsein junger Erwachsener zu stärken. Durch Kunst und kreative Methoden werden trockene wissenschaftliche Daten zu spannenden Erlebnissen und Geschichten. Mit finanzieller Unterstützung der EU im Rahmen von ERASMUS+ ermutigt dieses Projekt junge Menschen dazu, ihre Stimmen für den Klimaschutz zu erheben.
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