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Jeder Liter zählt: Alpenvereinshütten kämpfen mit Wasserknappheit

10.08.2026

Was Hüttengäste zum Wassersparen beitragen können

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© BreakDownPictures pixabay.com /Wasser

Auf Schutzhütten wird das Wasser knapp. Mit Maßnahmen wie etwa eingeschränkten Duschmöglichkeiten, dem verstärkten Einsatz von Trockentoiletten und der Mithilfe der Gäste gelingt es dem Österreichischen Alpenverein derzeit noch, den Betrieb auf allen Schutzhütten aufrechtzuerhalten. Bleiben Niederschläge jedoch weiterhin aus, müssten einzelne Hütten die Saison frühzeitig beenden.
 

Die anhaltende Trockenheit macht auch vor den Bergen nicht halt. Fehlende Niederschläge, versiegende Quellen und eine heuer wenig ergiebige Schneeschmelze sorgen derzeit besonders auf hochgelegenen Alpenvereinshütten und im Karst für eine angespannte Situation. Davon betroffen sind aktuell unter anderem die Voisthaler-Hütte (Hochschwabgruppe), die Pühringer-Hütte (Totes Gebirge), das Priel-Schutzhaus (Totes Gebirge), die Porze-Hütte (Karnischer Hauptkamm) und das Freschen-Haus (Bregenzerwaldgebirge). Auch kurzzeitige Starkregenereignisse bringen oft nicht die gewünschte Entlastung: Der ausgetrocknete Boden kann das Wasser häufig nicht ausreichend aufnehmen.
 

„Seit weit über 10 Jahren zeigt sich immer deutlicher, dass viele Hütten, die früher ausreichend Wasser zur Verfügung hatten, heute mit sinkenden Wassermengen konfrontiert sind“, erklärt Georg Unterberger, Leiter der Abteilung Hütten und Wege im Österreichischen Alpenverein. „Das sind unmittelbare Auswirkungen des Klimawandels.“ Die Situation könnte sich nach Einschätzung von Unterberger in den kommenden Jahrzehnten weiter zuspitzen: Der überwiegende Teil der hochgelegenen Alpenvereinshütten dürfte dann verstärkt von Wasserknappheit betroffen sein.
 

Wie der Alpenverein auf Wasserknappheit am Berg reagiert

Für den Hüttenbetrieb ist Wasser jedoch unverzichtbar. „Wasser ist die Lebensader einer Schutzhütte. Fehlt die Wasserversorgung, gerät der Betrieb rasch an seine Grenzen“, betont Unterberger. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, setzen betroffene Alpenvereinshütten auf verschiedene Einsparungsmaßnahmen. Dazu zählen etwa die zeitweise oder vollständige Sperre von Duschen, die Ausgabe kostenpflichtiger Duschmarken und begrenzte Nutzungszeiten oder notfalls die Sperre von Waschräumen. Darüber hinaus kommen vermehrt Trockentoiletten und wassersparende Armaturen zum Einsatz. Zusätzlich wird die Nutzung vorhandener Quellen optimiert, Wasserspeicher werden ausgebaut und weitere Möglichkeiten zur Nutzung von Regenwasser geprüft.
 

Appell an Hüttengäste

Der Österreichische Alpenverein appelliert an alle Hüttengäste, bewusst und sparsam mit Wasser umzugehen. Bereits mit kleinen Maßnahmen können Hüttengäste dazu beitragen, Wasser zu sparen. Wer sich etwa für eine kurze „Katzenwäsche“ mit einem Waschlappen statt einer Dusche entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag. Zusätzlich sollte Wasser beispielsweise beim Zähneputzen oder Einseifen der Hände nicht unnötig laufen gelassen werden. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die allermeisten Hüttengäste großes Verständnis für die Situation haben und die Wassersparmaßnahmen sehr gut mittragen. Gerade am Berg ist vielen bewusst, dass Wasser eine begrenzte Ressource ist“, sagt Georg Unterberger.
 

Trotz der Herausforderungen musste in dieser Saison noch keine Alpenvereinshütte aufgrund von Wassermangel frühzeitig die Saison beenden. Sollte die Trockenheit auch im August andauern, kann derzeit jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Hütten ihren Betrieb vorzeitig einstellen müssen.
 

„Bekommen jetzt die Rechnung präsentiert”

„Es ist wichtig, die eigentliche Ursache der aktuellen Wasserknappheit klar zu benennen: die Klimakrise. Seit Jahrzehnten weisen wir darauf hin, dass sie den alpinen Raum überproportional stark trifft. Die aktuelle Situation ist daher keine Überraschung, sondern wir bekommen jetzt die Rechnung für eine Entwicklung präsentiert, die lange absehbar war“, betont Georg Unterberger. Mit einer Klimastrategie schafft der Österreichische Alpenverein Bewusstsein und verfolgt das Ziel, bis 2033 klimaneutral zu sein. Unterberger weiter: „Die technischen und finanziellen Möglichkeiten zur weiteren Erschließung von Wasserressourcen auf vielen Hütten sind weitgehend ausgeschöpft. Künftig wird das bedeuten, dass wir manche Hütten noch einfacher betreiben müssen.“

 

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