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Irak forciert Ausbau erneuerbarer Energien und setzt auf Solarprojekte

21.07.2025

Bereits acht Ministerien setzen auf Solar-Carports

SolarcarportIRAK.jpg
Eines der Solarcarports im Irak © Irakisches Energieministerium
Bagdad – Aufgrund häufiger Stromausfälle, stark steigender Energienachfrage und der Abhängigkeit von fossilen Energien setzt die Regierung auf Solarenergie und forciert Investitionen in erneuerbare Energien.  3000 Sonnenstunden pro Jahr sind eine optimale Voraussetzung zur Nutzung der Sonne. Als  treibende Kraft hinter der aktuellen Solarinitiative gilt der irakische Premierminister Mohammed Shia Al-Sudani. Laut Naseer Karim Qassem, Leiter des Nationalen Teams für erneuerbare Energieprojekte im Büro des Premierministers, setzt das Land derzeit eine umfassende Strategie zur Energiewende um.  Im Rahmen des  öffentlichen Solarprogramms sollen vorerst 535 Regierungsprojekte bei öffentlichen Gebäuden umgesetzt werden, darunter 290 Schulen,  24 Gesundheitszentren sowie mehrere Ministerien und Regierungsgebäude. Insgesamt sollen rund 6000 öffentliche Gebäude auf erneuerbare Energien umgestellt werden. 

Auf den Parkplätzen von acht Ministerien werden derzeit Solarcarports installiert. Ein erstes Vorzeigeprojekt ist ein zwei Megawatt starkes Solarcarport direkt beim Regierungspalast, das in nur 40 Tagen im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft umgesetzt wurde. Der Premierminister hat die Umsetzung dieses Modells nun auf alle Ministerien ausgeweitet. 


Parallel dazu entstehen große Solarkraftwerke, darunter das 1000-Megawatt-Projekt in Artuwi sowie Anlagen in Karbala, Iskandariya und Muthanna - insgesamt haben die neuen Projekte über 1800 Megawatt Leistung.  Zusätzlich werden dezentrale Lösungen wie Solaranlagen auf Hausdächern und mittlere netzgebundene PV-Anlagen  rund um die Städte vorangetrieben. Bis 2030 sollen 33% des Strombedarfs des Iraks aus Photovoltaik gedeckt werden. 

Die irakische Regierung sieht in  erneuerbaren Energien einen zentralen Pfeiler für eine zukunftsfähige Energieversorgung und setzt verstärkt auf öffentlich-private Kooperationen zur Umsetzung der ambitionierten Vorhaben.

Parallel soll auch der Ausbau von Speichern forciert werden, speziell im Gewerbe und in der Landwirtschaft, aber auch bei Privathäusern, die derzeit oft über Generatoren verfügen, um Stromausfälle zu puffern. Die irakische Zentralbank bietet  für private und gewerbliche Solarprojekte dazu spezielle zinsbegünstigte Darlehen mit nur 0,5% Zinsen an. 
Parallel forciert der Irak auch den Umstieg auf Elektromobilität 

Die Regierung hat bereits im Vorjahr ein umfassendes Investitionsprogramm für Elektrofahrzeuge und den landesweiten Aufbau eines Netzes von Ladestationen angekündigt. Ziel ist, die Luftverschmutzung zu reduzieren, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und gleichzeitig neue wirtschaftliche Impulse im Bereich sauberer Energie zu setzen. Internationale Hersteller und Technologieunternehmen haben bereits Interesse an Kooperationen signalisiert.

Mit gezielten Anreizen, einer breiten Aufklärungskampagne und einer verbesserten Ladeinfrastruktur will der Irak die Voraussetzungen für eine nachhaltige Mobilitätswende schaffen und sich langfristig als regionaler Vorreiter für grüne Verkehrstechnologien positionieren. 

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Eines der Solarcarports im Irak © Irakisches Energieministerium