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Immer weniger Autos im Alsergrund

Im 9. Wiener Bezirk sinken die PKW-Zulassungen - seit vielen Jahren - bei steigenden Bevölkerungszahlen

© Günter Emberger & Pfaffenbichler 2001
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Über 1.300 Autos weniger - über 1.300 Menschen mehr

Eine Trendumkehr ist in Wien bemerkbar. Während sowohl die Anzahl an PKW, als auch die Bevölkerung in Österreich nach wie vor steigt, sinken die Auto-Zulassungen in den Bezirken mit gut-ausgebautem Öffentlichen Verkehr - wie etwa dem 9. Bezirk. Über 1.300 Autos gibt es hier in den letzten 8 Jahren weniger - fast 8 Prozent. Durch die permanent sinkende Auto-Anzahl hat die Politik die Möglichkeit sogar die volle Legitimation, Parkplätze in größerem Ausmaß wieder in allgemein zugängliche Freiflächen umzuwandeln - etwa Gehsteige zu verbreitern, Radwege bzw. Radwegsmarkierungen anzulegen oder Grünraum zu schaffen. Ein Auto benötigt laut der TU Wien im Durchschnitt 60 Quadratmeter (s. Grafik 2) für Infrastruktur und Stellplätze. 1300 Autos multipliziert mit 60 Quadratmetern ergibt eine Fläche von fast 8 Hektar, die für diese Umwandlung gerechtfertigt wären. Und hier sind noch gar nicht die zahlreichen Garagenparkplätze hinzugezählt, die ja eine weitere Parkplatz-Reduzierung rechtfertigen. Wir wünschen der Politik viel Erfolg bei der Umgestaltung des 9. Bezirks in einen menschenfreundlicheren Bezirk. Wird diese Chance verschlafen, ist eine Trendumkehr in die andere Richtung nicht auszuschließen. Eine effektive Möglichkeit, die keine BürgerInnen verärgert, aber diesen Trend verstärken würde, wäre der sofortige Stopp der Parkpickerl-Ausgabe im Alsergrund - sprich: Es gibt keine neuen Parkpickerl. Nur die Besitzer eines Parkpickerls dürfen dieses verlängern. Es gibt bereits Städte, wo diese Lenkungsmaßnahme angewendet wird.

Daten: Statistik Austria 2010 und VCÖ 2009, Grafik 1: oekonews.at, Grafik 2: TU Wien (Pfaffenbichler/Emberger)


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