Hybridkraftwerk in Arnoldstein: Erster Batteriespeicher ergänzt Laufwasserkraftwerk
Die neue Anlage verbindet die kontinuierliche Stromerzeugung aus Wasserkraft mit der hohen Reaktionsgeschwindigkeit moderner Batteriespeicher. Während das Laufkraftwerk zuverlässig Energie liefert, kann der Speicher bei kurzfristig steigendem Strombedarf innerhalb weniger Sekunden zusätzliche Leistung bereitstellen. Umgekehrt wird die Batterie bei geringer Nachfrage oder hoher Stromproduktion direkt aus dem Wasserkraftwerk wieder geladen. Dadurch kann erneuerbare Energie effizienter genutzt und das Stromnetz entlastet werden.
Mit der neuen Hybridlösung erhöht die Kelag nach eigenen Angaben die Flexibilität ihrer Wasserkraftanlagen und stärkt gleichzeitig die Versorgungssicherheit. Der Batteriespeicher hilft dabei, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen und ermöglicht eine bedarfsgerechtere Einspeisung von erneuerbarer Energie.
Für die Umsetzung investierte das Unternehmen rund drei Millionen Euro. Das Projekt wurde innerhalb eines Jahres realisiert. Der Batteriespeicher verfügt über eine Leistung von zwei Megawatt und eine Speicherkapazität von vier Megawattstunden. Gemeinsam mit der bestehenden Kaplan-Turbine entsteht dadurch ein flexibel steuerbares Energiesystem, das die Vorteile beider Technologien verbindet.
Realisiert wurde das Pilotprojekt gemeinsam mit dem oberösterreichischen Energiespeicher-Spezialisten neoom und dem Anlagenbauer Andritz Hydro. Während neoom die Batteriespeicher lieferte, übernahm Andritz die Regelungstechnik sowie die elektrotechnische Integration in das bestehende Kraftwerk.
Nach Angaben der Projektpartner zeigt das Vorhaben, wie sich klassische Wasserkraftwerke durch Batteriespeicher zu intelligenten Hybridkraftwerken weiterentwickeln lassen. Neben einer schnelleren Reaktion auf Netzanforderungen werde dadurch auch die mechanische Belastung der Wasserkraftanlage reduziert.
Auch das Land Kärnten sieht in der Kombination von Wasserkraft und Batteriespeichern einen wichtigen Baustein für die Energiewende. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien steige der Bedarf an Speichersystemen, um eine stabile und sichere Stromversorgung zu gewährleisten und die Stromnetze zu entlasten.
Arnoldstein entwickelt sich damit zunehmend zu einem Standort für innovative Energietechnologien. Neben dem Laufwasserkraftwerk betreibt die Kelag dort bereits mehrere nachhaltige Projekte, darunter Anlagen zur Wärme- und Stromerzeugung aus Restmüll, Photovoltaikanlagen sowie eine Wasserstoffproduktion für den öffentlichen Nahverkehr. Der neue Batteriespeicher ergänzt diese Infrastruktur und soll dazu beitragen, die regionale Energieversorgung noch widerstandsfähiger und klimafreundlicher zu gestalten.