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Hitzesommer und Trockenheit: Wie Grundstücke klimaresilient gestaltet werden

25.07.2026

Grundstücke kommen besser durch heiße, trockene Sommer, wenn Regen vor Ort bleibt, der Boden Wasser speichern kann und ausreichend Schatten vorhanden ist.

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© KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI)
Damit das gelingt, müssen Gestaltung, Bepflanzung und Nutzung zusammenpassen.

Wie stark Hitze Außenräume inzwischen belastet, zeigte der Juni 2026. An der Messstation Wien Innere Stadt wurden laut GeoSphere Austria 40,0 Grad Celsius und damit ein neuer Wiener Allzeitrekord gemessen. Die Hitzewelle zählte in sämtlichen österreichischen Landeshauptstädten zu den fünf schwersten seit Beginn der jeweiligen Messreihen. Zugleich verschärfte sich die Trockenheit vor allem im Osten Österreichs.

Längere Phasen ohne Regen setzen Pflanzen und Böden unter Druck. Treffen anschließend kräftige Niederschläge auf versiegelte oder verdichtete Bereiche, fließt ein großer Teil oberirdisch ab. Auch regionale Klimaprognosen zeigen, weshalb Grundstücke und Siedlungsräume künftig Hitze und Starkregen gemeinsam berücksichtigen müssen.



 

Vier Leitlinien geben Orientierung:

  • Versiegelung begrenzen: befestigte Flächen auf das erforderliche Maß reduzieren,
  • Regenwasser bewirtschaften: vor Ort speichern oder versickern lassen,
  • Schatten sichern: Bäume und größere Gehölze erhalten oder neu pflanzen,
  • Standortgerecht bepflanzen: Pflanzenwahl und Bodenpflege an die örtlichen Bedingungen anpassen.

 

Versiegelung reduzieren und Wasser im Boden halten

Auf Asphalt und Beton kann Regen nicht versickern. Auch eng verlegte Pflastersteine lassen kaum Wasser hindurch. Unter direkter Sonne heizen sich solche Beläge stark auf und geben die gespeicherte Wärme später wieder ab. Wege und Plätze werden so selbst zur Wärmequelle für ihre Umgebung.

Nicht jede befestigte Fläche lässt sich entfernen. Bei Gartenwegen, selten genutzten Stellplätzen oder Randbereichen können offene Fugen und wasserdurchlässige Beläge eine Alternative sein. Maßnahmen zur Entsiegelung und Begrünung können zugleich die sommerliche Aufheizung rund um Gebäude begrenzen. Ihre Wirkung hängt allerdings vom Unterbau ab. Ist dieser stark verdichtet, bleibt die Wasseraufnahme trotz offener Oberfläche eingeschränkt.

Vor einem Umbau sollte deshalb die Beschaffenheit des Bodens geprüft werden. Manchmal genügt es, verdichtete Schichten zu lockern. An anderen Standorten muss der Aufbau angepasst werden. Für Zufahrten und gewerblich genutzte Bereiche gelten zudem technische und regionale rechtliche Vorgaben. 



 

Regenwasser speichern und versickern

Regentonnen und Zisternen halten Niederschläge für trockene Wochen zurück. Flache Mulden oder bepflanzte Regengärten nehmen bei kräftigem Regen vorübergehend Wasser auf und lassen es langsam in den Boden einsickern.

Beide Lösungen können miteinander verbunden werden. Sobald der Speicher voll ist, führt ein Überlauf das Wasser in eine geeignete Versickerungsfläche. Niederschlagswasser von stark befahrenen oder belasteten Bereichen darf jedoch nicht ungeprüft in den Untergrund gelangen. 
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© KI generiert ChatGPT (OpenAI)

Vor der Umsetzung prüfen

Bevor Flächen entsiegelt oder neue Speicher angelegt werden, lohnt sich ein genauer Blick auf Standortbedingungen und Vorschriften. Bodenbeschaffenheit, Grundwasserstand und Gebäudeabstände bestimmen, ob und wie versickert werden kann. Der Überlauf eines vollen Speichers muss so verlaufen, dass Keller, Eingänge und angrenzende Grundstücke geschützt bleiben.

In Wien sieht § 99 der Bauordnung bei Bauwerken grundsätzlich vor, Niederschlagswasser zu versickern, zu nutzen oder dem natürlichen Wasserkreislauf zuzuführen. Ist dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich, kann eine Einleitung in den öffentlichen Kanal zulässig sein. In anderen Bundesländern gelten eigene Regelungen. 
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© KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI)

 Bäume und Gehölze bringen Schatten

Unter einer Baumkrone bleiben Fassaden, Wege und Sitzplätze länger kühl. Die Blätter geben zugleich Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Wie ausgeprägt diese Wirkung ist, richtet sich nach Baumart, Kronengröße, Standort und Wasserversorgung.

Damit sich ein Baum langfristig entwickeln kann, braucht er genügend Wurzelraum. Kleine Pflanzgruben zwischen Pflasterflächen trocknen rasch aus und begrenzen das Wachstum. Leitungen, Gebäudeabstände und die spätere Größe der Krone sollten bereits vor der Pflanzung berücksichtigt werden.
Sträucher, Stauden und Bodendecker schützen die Erde vor direkter Sonneneinstrahlung. Eine passende Mulchschicht bremst den Feuchtigkeitsverlust und kann verhindern, dass die Oberfläche bei Starkregen verschlämmt.

Starre Pflanzenlisten helfen wenig. Arten, die auf tiefgründigem Lehmboden gedeihen, können an einem trockenen, flachgründigen Standort ungeeignet sein. Lichtverhältnisse, Bodenart und verfügbarer Wurzelraum sollten mehr Gewicht erhalten als rein optische Wünsche.
 

Rasen gezielt einsetzen

Rasen eignet sich für regelmäßig genutzte Spiel-, Aufenthalts- und Bewegungsflächen. Eine begrünte Oberfläche heizt sich meist weniger stark auf als Asphalt oder dunkles Pflaster und lässt Niederschlagswasser versickern, sofern Boden und Unterbau durchlässig sind.


Soll eine belastbare Grünfläche schnell nutzbar sein, kann fachgerecht verlegter Rollrasen eine passende Lösung sein. Voraussetzung sind ein gut vorbereiteter Untergrund und eine verlässliche Wasserversorgung während der Anwuchsphase. Zusammen mit Bäumen, Sträuchern und Stauden fügt sich die Rasenfläche in eine klimaangepasste Grundstücksgestaltung ein.
 

Anpassung ist auch in Etappen möglich

Ein klimaangepasstes Grundstück muss nicht auf einmal neu gestaltet werden. Oft reicht es, schrittweise vorzugehen: Ein Baum spendet Schatten am Sitzplatz, eine geöffnete Pflasterfläche verbessert die Versickerung und gespeichertes Regenwasser hilft in trockenen Phasen. Nach der Anwuchszeit profitieren zahlreiche Pflanzen davon, wenn sie seltener, dafür gründlich gegossen werden.

Auch auf Betriebsgrundstücken lässt sich an bestehenden Strukturen ansetzen. Parkplätze können teilweise entsiegelt, Aufenthaltsbereiche beschattet und Regenabflüsse gezielter geführt werden. So sinkt die Aufheizung, während weniger Wasser ungebremst über die Oberfläche abläuft.

Extremwetter lässt sich damit nicht verhindern. Ein Grundstück reagiert jedoch robuster, wenn Wasser länger vor Ort bleibt, der Boden aufnahmefähig ist und Pflanzen genügend Raum für ihre Entwicklung haben.
 
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25.07.2026 | Autor*in: SO
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