Hitze setzt Atomkraft zu: Ungarn muss Kernkraftwerk Paks vom Netz nehmen
Das ungarische Kernkraftwerk Paks steht vor einer vollständigen Abschaltung. Grund sind der extrem niedrige Wasserstand und die hohen Temperaturen der Donau, die für die Kühlung der vier Reaktoren genutzt wird. Derzeit läuft die Anlage nur noch mit rund der Hälfte ihrer Leistung. Nach Angaben des Betreibers am Donnerstag ist eine vollständige Abschaltung innerhalb von 72 Stunden notwendig.
Die Situation kommt für Ungarn zur Unzeit: Die Hitzewelle lässt den Strombedarf durch Klimaanlagen und Kühlung deutlich steigen. Premierminister Péter Magyar rief daher große Stromverbraucher, darunter auch Automobilhersteller, dazu auf, ihren Verbrauch zwischen 17 und 22 Uhr freiwillig zu reduzieren. In diesen Stunden wird ein Verbrauchsanstieg von bis zu 20 Prozent erwartet. Auch Haushalte sollen Strom sparen.
Paks hatte bereits im Juni wegen zu hoher Donau-Wassertemperaturen seine Leistung drosseln müssen. Inzwischen ist der Wasserstand auf ein Rekordtief gesunken, mit Folgen auch für die Schifffahrt.
Das Problem ist kein ungarischer Einzelfall: Auch andere europäische Atomkraftwerke, die auf Flusswasser zur Kühlung angewiesen sind, geraten durch Hitze, Trockenheit und niedrige Pegelstände unter Druck. Betroffen waren zuletzt unter anderem Anlagen in Frankreich, der Schweiz und Rumänien. Die Ereignisse zeigen einmal mehr, dass auch Atomkraft nicht unabhängig von den Folgen der Klimakrise ist und es sinnvoll ist, auf erneuerbare Energien umzusteigen.
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