Hildegard Breiner erhält Österreichischen Naturschutzpreis
Die Auszeichnung wurde am 30. Juni im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Naturschutzbundes Vorarlberg in Dornbirn vom Präsidenten des Naturschutzbund Österreich, Thomas Wrbka, überreicht. Breiner leitete den Naturschutzbund Vorarlberg von 1995 bis 2026 und engagierte sich über Jahrzehnte auch im Präsidium des Naturschutzbundes Österreich.
Vom Widerstand gegen Zwentendorf bis zur Energiewende
Hildegard Breiners Name ist eng mit der österreichischen Anti-Atom-Bewegung verbunden. Bereits 1978 kämpfte sie gemeinsam mit ihrem Mann Franz Viktor Breiner gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Zwentendorf. In Vorarlberg stimmten damals 85 Prozent der Bevölkerung gegen das Atomkraftwerk – ein wesentlicher Beitrag zum knappen Ausgang der Volksabstimmung, die Österreich bis heute atomkraftfrei hält.
Dieses Engagement setzte Breiner in den folgenden Jahrzehnten konsequent fort, auch weit über Österreich hinaus. Für ihren internationalen Einsatz erhielt sie unter anderem den Nuclear-Free Future Award, der als eine der bedeutendsten Auszeichnungen der weltweiten Anti-Atom-Bewegung gilt.
Chancen der Solarenergie - früh erkannt
Obwohl der Widerstand gegen Atomkraft lange im Mittelpunkt stand, setzte Hildegard Breiner früh auf Alternativen. Bereits 1996 initiierte sie die SonnenSchein-Kampagne, mit der sie Photovoltaik in Vorarlberg bekannt machte - zu einer Zeit, als Solarstrom noch als Nischentechnologie galt.
Die Initiative überzeugte die Landespolitik, Mittel für Öffentlichkeitsarbeit und den Bau von Photovoltaikanlagen bereitzustellen. Schon in den ersten beiden Jahren entstanden in 30 der damals 96 Vorarlberger Gemeinden gemeinschaftliche Solarstromanlagen - ein wirklich großer Erfolg, der als direkte Folge der Sonnenscheinkampagne sichtbar war. Aus der Kampagne entwickelten sich weitere Projekte wie das SonnenSchein-Stipendium, das Solartechnologie auch in Länder wie Sierra Leone und Nigeria brachte, sowie die Initiative „40 Sonnenkindergärten in Vorarlberg“.
Drei Jahrzehnte an der Spitze des Naturschutzbundes
Neben ihrem energiepolitischen Engagement prägte Hildegard Breiner über 30 Jahre lang den Naturschutzbund Vorarlberg. Unter ihrer Führung entwickelte sich der Verein zu einer wichtigen Stimme im Natur- und Umweltschutz. Wegbegleiter beschreiben sie als beharrlich, sachlich und dialogorientiert – Eigenschaften, mit denen sie auch in kontroversen Debatten immer wieder Brücken bauen konnte.
Besonders wichtig war ihr stets die Zusammenarbeit mit jungen Menschen. Immer wieder betonte sie, dass gesellschaftlicher Wandel Geduld brauche. Ihr oft zitierter Leitsatz lautet: „Ausdauer ist die Macht der Ohnmächtigen.“
Für uns in der OEKONEWS-Redaktion ist Hildegard Breiner ein Mensch, der Naturschutz, Umweltschutz und Einsatz für Erneuerbare Energien einfach im Herzen trägt. Sie schafft es immer wieder von Neuem, andere zu überzeugen und gleichzetig mit ihrem persönlchem Engagement Begeisterung einfach auch an andere weiter gibt.
Eine der höchsten Ehrungen im Naturschutz
Der Österreichische Naturschutzpreis wird seit 1975 vom Naturschutzbund Österreich vergeben. Er zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich mit fachlicher Kompetenz, Zivilcourage und nachhaltigem Engagement für Natur- und Umweltschutz einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Friedensreich Hundertwasser, Freda Meissner-Blau, Kurt Kotrschal und Bluatschink.
Die Medaille zeigt die athenische Eule – ein Symbol für Weisheit, Wachsamkeit und wissenschaftliche Erkenntnis sowie für das demokratische Engagement der Bürgerinnen und Bürger.
„Ich gratuliere Hildegard Breiner im Namen des gesamten Naturschutzbundes herzlich zu dieser hohen und höchst verdienten Auszeichnung für ihr unvergleichliches und unbeirrbares Engagement für den Schutz unserer Natur und Umwelt“, sagte Thomas Wrbka bei der Verleihung.