Hattmannsdorfers Fossile Fantasien schaden Österreich
Wien - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert die jüngsten Interview-Aussagen von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer scharf. In einem Interview mit der deutschen Zeitung „Welt“ spricht er sich für den Ausbau von Ölraffinerien in Europa, mehr Ausbeutung fossiler Reserven und gegen die Besteuerung von Übergewinnen fossiler Konzerne aus. Dann würde die Wirtschaft "den Bach runter gehen".
"Österreich ist das Land der erneuerbaren Energien und wird niemals zu einem großen fossilen Energieproduzenten werden. In der Umstellung unserer Energieversorgung liegt auch viel wirtschaftliches Potenzial. Studien zeigen, dass wir 100.000 Arbeitsplätze schaffen können, wenn wir jetzt in wichtige Zukunftstechnologien wie Windkraft, Sonnenenergie, Wärmepumpen und thermische Sanierung investieren. Der Wirtschaftsminister sollte diese Zahlen kennen, anstatt sich zum Handlanger von fossilen Energiekonzernen machen und deren überbordende Gewinne schützen. Diese Einschätzung stammt aus dem vorigen Jahrhundert und sollte nicht zuletzt zum Wohl der Österreicherinnen und Österreicher unwiderruflich ad acta gelegt werden", so Johannes Wahlmüller Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.
Aktuell gibt Österreich 10 Mrd. Euro pro Jahr netto für fossile Energieimporte aus, die OMV machte allein 4,6 Mrd. Euro Gewinn im Jahr 2025. Die Übergewinnsteuer für fossile Konzerne ist in Österreich aber sehr milde ausgestaltet. Auch Abseits von Übergewinnen ist ein Solidaritätsbeitrag zur Energiewende von fossilen Konzernen, absolut leistbar. Beim kommenden Budget kann sich die Bundesregierung jetzt entscheiden Zukunftsinvestitionen in die Energiewende zu tätigen und fossile Energiekonzerne zu einem leistbaren und machbaren Beitrag zu bringen. Dafür ist es aber wichtig, dass sich wichtige Mitglieder der Bundesregierung für die Energiewende einsetzen, statt sich vor den Karren der fossilen Energiekonzerne spannen zu lassen.
Marcel Ludwig
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