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Hattmannsdorfer: Hitzesommer bestätigt Fokus auf Speicheroffensive

21.08.2026

Günstigen heimischen Strom speichern statt teuer importieren – PV-Förderung wird neu ausgerichtet – Hattmannsdorfer fordert Nachschärfung von E-Control

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von links nach rechts: Wolfgang Hattmannsdorfer, Katharina Liebert - GF Liebert Elektrotechnik, Lehrling Vanessa, Stefan und Isabella Schmiedel © BMWET/ Enzo Holey
Wien - Energie muss sicher, sauber und leistbar sein. Der Hitzesommer zeigt sehr deutlich, was wir dafür brauchen: mehr Speicher. Wenn wir mittags günstigen heimischen Strom im Überschuss haben, müssen wir ihn für den Abend speichern können – statt dann teuer Strom aus dem Ausland zukaufen zu müssen. Unser Ziel ist klar: günstige Eigenproduktion besser nutzen. Dafür brauchen wir mehr richtig eingesetzte Speicher – vom Haushalt über große Batteriespeicher bis zu unseren Pumpspeichern. Genau darauf richten wir unsere Energiepolitik jetzt noch stärker aus“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. 
 

Hitzetage zeigen neue Herausforderung im Stromsystem
 

Der Sommer 2026 war bisher ein Stresstest für das österreichische Stromsystem: außergewöhnlich hohe Temperaturen, wenig Niederschlag und sehr viel Sonnenstrom. Während die Wasserkrafterzeugung gedämpft war, erreichte die Photovoltaik zu Mittag regelmäßig ihre Spitze – mit viel günstigem heimischem Strom und zeitweisen Überschüssen. Am Abend fällt die PV-Produktion rasch ab, während Verbrauch und Preise steigen. Genau diese Lücke müssen künftig mehr Speicher schließen.
 

Der vergangene Samstag zeigt exemplarisch: Bei einem Tagesverbrauch von 120,1 GWh wurden in Österreich 117,8 GWh Strom erzeugt, davon rund 30 Prozent aus Photovoltaik. Zu Mittag entstand eine PV-Stromspitze von 4,3 GW, während die Tageslastspitze von 6,1 GW am Abend auf praktisch keine PV-Erzeugung mehr traf. Das Ergebnis spiegelt sich auch in der Preisbildung wider: Der durchschnittliche Großhandelspreis von 10-16 Uhr betrug 14 Euro/MWh und in den Abendstunden rund 180 Euro/MWh. Unsere Aufgabe ist klar: günstigen Strom aus der Mittagsspitze speichern und für die teureren Abendstunden verfügbar machen.
 

Dafür setzt das Energieministerium unter anderem folgende Maßnahmen im Rahmen einer Speicheroffensive:
 

  • Neue Photovoltaik Förderung mit Fokus auf Speicher
  • Berücksichtigung von Speicherinfrastruktur im neuen Netzinfrastrukturplan
  • Beschleunigung von Genehmigungsverfahren von Batteriespeichern (EABG)
  • Eigenes Förderprogramm für intelligente Energiemanagementsysteme für Haushalte und Betriebe


„Die Herausforderung ist nicht, dass wir im Sommer zu wenig günstigen heimischen Strom erzeugen. Wir müssen ihn dann verfügbar machen, wenn wir ihn brauchen. Speicher bringen richtig eingesetzt den günstigen Sonnenstrom vom Mittag in die teureren Abendstunden. Genau das macht unser Energiesystem effizienter und entlastet gleichzeitig die Netze“, so Hattmannsdorfer.
 

Gleichzeitig hat das österreichische Stromsystem auch unter diesen anspruchsvollen Bedingungen seine hohe Versorgungssicherheit bewiesen. Die aktuellen Zahlen der E-Control zeigen, dass Österreich über eine der verlässlichsten Strom- und Gasversorgungen Europas verfügt. Diese Stärke gilt es abzusichern – mit leistungsfähigen Netzen, mehr Resilienz und ausreichend Speicherkapazität, um günstige heimische Erzeugung auch dann verfügbar zu machen, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.
 

Förderpolitik wird neu ausgerichtet
 

Mit dem starken Ausbau der Photovoltaik hat sich die Herausforderung im Stromsystem verändert: Entscheidend ist nicht mehr nur, wie viel Strom produziert wird, sondern wann er verfügbar ist, gespeichert werden kann und die Netze entlastet. Batteriespeicher können intelligent eingesetzt Stromüberschüsse zu Mittag aufnehmen und bereitstellen, wenn Verbrauch und Preise am Abend steigen.

Daher soll die EAG-Investitionsförderung ab 2027 grundlegend neu ausgerichtet werden.
 

Kernpunkte der Reform

 

  • Ende von First-Come-First-Serve: Förderanträge sollen künftig nach Installation und Rechnungslegung gestellt werden können – nach dem Prinzip des Handwerkerbonus.
  • Fokus auf intelligente Energiemanagementsysteme in Kombination mit Speichern: Die breite Förderung klassischer kleiner PV-Anlagen soll auslaufen. Im Fokus stehen künftig Energiemanagementsysteme und intelligente Speicher, die Eigenverbrauch erhöhen und Netze entlasten.
  • Bestehende PV-Anlagen nachrüsten: Speicher sollen in Kombination mit der Installation eines EMS auch unabhängig von der Neuerrichtung einer PV-Anlage gefördert werden können. Damit wird die Nachrüstung bestehender Anlagen attraktiver.
  • Innovative PV bleibt förderfähig: Gebäudeintegrierte PV, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen, schwimmende PV sowie Anlagen an Lärmschutzwänden sollen weiterhin unterstützt werden.
  • Made in Europe stärken: Europäische Wertschöpfung soll in der neuen Förderlogik weiterhin berücksichtigt werden. Wer bei zentralen Komponenten auf europäische Produktion setzt, soll einen Bonus erhalten.


Hohes Speicherpotenzial in Österreich
 

  • Laut ersten Zahlen einer vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Speicherstudie sind aus volkwirtschaftlicher Sicht bis zu 8 GW marktorientierte Batteriekapazität bis 2030 nützlich.
  • Laut dieser Studie können je nach Szenario zusätzliche Batteriespeicher den Großhandelspreis 2030 um bis zu 2 Euro je MWh reduzieren.
  • Rein rechnerisch entspräche das bei einem Halbjahresverbrauch von rund 34 TWh einem Einsparungspotenzial von bis zu 68 Millionen Euro für das erste Halbjahr 2026.
  • Aktuell sind in Österreich laut Branchenprognosen mehr als 3,2 GWh Batteriespeicher installiert, ein Großteil der Speicher mit einer Speicherkapazität unter 50 kWh. Zusätzlich sind in Österreich 6,2 GW Pumpspeicher installiert.


E-Control bei Speicher-Regeln gefordert

Entscheidend für den notwendigen Speicherhochlauf sind neben der Förderung auch die Netzentgelte. Daher braucht es die richtigen Rahmenbedingungen für Speicher, damit sich Projekte wirtschaftlich rechnen können. Zugleich müssen die Anzahl und die Ausgestaltung der im aktuellen Entwurf der E-Control vorgesehenen Kriterien für systemdienliche Speicher nochmals überprüft werden. Die Rahmenbedingungen müssen praxistauglich und ausreichend breit gefasst sein, damit der Speicherhochlauf nicht durch zu enge zu erfüllende Voraussetzungen ausgebremst wird.


„Unser Ziel ist klar: günstigen heimischen Strom dann verfügbar machen, wenn wir ihn brauchen. Dafür brauchen wir mehr intelligente Speicher – vom Haushalt bis zum Großspeicher. Es kann nicht sein, dass wir einen volkswirtschaftlichen Bedarf an Speichern haben und sie gleichzeitig durch zu enge Regeln ausbremsen. Hier muss die E-Control nachschärfen. Wer das Netz entlastet, heimischen Strom besser nutzbar macht und Preisspitzen dämpft, muss dafür auch die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden“, so Hattmannsdorfer abschließend.

Links

  • Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
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