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Greenpeace-Umfrage: Jede dritte Person über 60 Jahre leidet unter Hitze in den eigenen vier Wänden

30.06.2026

Mieter:innen und Frauen besonders betroffen – Umweltschutzorganisation fordert von Bundesregierung Sanierungsoffensive und Mietminderung bei mangelhaftem Hitzeschutz

© Greenpeace - Lea Scharl-9 (1).jpg
Hitzeschutz jetzt! © Greenpeace Lea Scharl
Wien - Hitzewellen werden für viele ältere Menschen zur Belastungsprobe. Das zeigt jetzt eine von Greenpeace beauftragte repräsentative Umfrage unter Personen ab 60 Jahren. Während österreichweit jede dritte Person angibt, dass die eigene Wohnung im Sommer heiß bis unerträglich heiß wird, ist es in Wien sogar bereits jede zweite. Unabhängig vom Wohnort sind auch Mieter:innen sowie Frauen besonders betroffen. Greenpeace fordert von Umweltminister Totschnig die Sanierung von Altbauten stärker zu fördern. Zudem muss die Bundesregierung bei der versprochenen Mietrechtsreform Vermieter:innen in die Pflicht nehmen und Mietminderungen bei mangelhaftem Hitzeschutz gesetzlich verankern.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace Österreich: “Niemand sollte in einer Wohnung leben müssen, die sich tagelang auf über 27 Grad aufheizt. Das gilt besonders für ältere Menschen, denn ihr Körper kommt mit hohen Temperaturen oft schlechter zurecht. Doch gerade in Mietwohnungen ist die ältere Generation der Hitze oft schutzlos ausgeliefert.” Laut Umfrage geben mehr als vier von zehn Mieter:innen ab 60 Jahren an, dass ihre Wohnung während Hitzewellen zu heiß wird. Das kann sich jedoch negativ auf Körper und Gesundheit auswirken: 42 Prozent aller Befragten berichten etwa von verminderter Leistungsfähigkeit, 36 Prozent von Schlafproblemen und 34 Prozent von starkem Schwitzen. Befragte in sogenannten Hitzewohnungen – also deren Wohnräume sich besonders aufheizen – erleben fast alle abgefragten Symptome mindestens doppelt so häufig wie jene, deren Wohnungen auch bei Hitze kühl bleiben.  


Daniela Haluza, Umweltmedizinerin und Professorin an der Medizinischen Universität Wien: “Hitze kann besonders für ältere Menschen lebensgefährlich werden. Mit zunehmendem Alter reagiert der Körper schlechter auf hohe Temperaturen. Viele Betroffene verspüren weniger Durst und bemerken daher nicht rechtzeitig, dass sie dehydrieren oder ihr Körper überhitzt. Beschwerden wie Schwindel, Schwäche oder Kreislaufprobleme werden zudem häufig nicht als Warnzeichen einer Hitzebelastung erkannt, sondern fälschlicherweise dem Alter oder schon bestehenden gesundheitlichen Problemen zugeschrieben. Genau darin liegt die Gefahr. Umso wichtiger ist es, an heißen Tagen regelmäßig und ausreichend zu trinken sowie sich an kühlen Orten aufzuhalten, auch dann, wenn man sich noch wohl fühlt.”


Im Regierungsprogramm hat die Bundesregierung angekündigt, das Mietrecht zu ökologisieren. Ein Hebel dabei ist ein Bonus-Malus-System: Wer Wohnungen thermisch  saniert und hitzefit macht, wird belohnt – wer Mieter:innen in der Sommerhitze im Stich lässt, zahlt drauf. Ergebnisse liegen bis dato nicht auf dem Tisch. ”Österreich leidet unter der Hitze. Die Bundesregierung muss ihr Versprechen einlösen und den Menschen ein lebenswertes Zuhause ermöglichen. Es ist dringend an der Zeit, das Mietrecht zu reformieren und die thermische Sanierung konsequent voranzutreiben.” 

 

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