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Greenpeace-Analyse: Ölkonzerne machen in Deutschland im ersten Monat des Tankrabatts 700 Millionen Euro Übergewinne

08.06.2026

Konzerne verdienen trotz gesunkener Tankstellenpreise weiter an Irankrise

EuroGeld.jpg
© InstagramFOTOGRAFIN pixabay.com

Berlin  - Im ersten Monat nach der Einführung des Tankrabatts am 1. Mai haben Ölkonzerne in Deutschland einen Übergewinn von 702 Millionen Euro eingefahren, zeigt eine neue Analyse des Ölmarktexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. Demnach ist der durchschnittliche Spritpreis nach Einführung des auf zwei Monate befristeten und 1,6 Milliarden Euro teuren Tankrabatts der Bundesregierung zwar gesunken, jedoch verdient die Branche weiter deutlich mehr als vor Beginn des Irankriegs - in etwa so viel wie der Tankrabatt die Steuerzahlenden pro Monat kostet. In den Monaten März, April und Mai addierten sich die zusätzlichen Gewinne am deutschen Tankstellenmarkt laut Analyse auf 2,4 Milliarden Euro.
 

“An den Tankstellen trifft gerade kopflose Steuerpolitik auf Wild-West-Kapitalismus. Mit dem Tankrabatt verteilt die Bundesregierung Milliarden an Steuergeld mit der Gießkanne und gleichzeitig machen Ölkonzerne sich weiter schamlos die Taschen voll”, sagt Lena Donat, Greenpeace Mobilitätsexpertin. “Statt unsozialer Geldverschwendung brauchen wir jetzt Maßnahmen wie ein Tempolimit, die den Ölverbrauch schnell senken und eine Steuer gegen die Abzocke der Ölkonzerne. Der Tankrabatt darf auf keinen Fall verlängert werden.”
 

Zulassungs-Plus von 40 Prozent: Hoher Spritpreis lässt E-Autos boomen
 

Seit dem Angriff der USA auf den Iran am 28. Februar sind die Preise an den Zapfsäulen weit stärker gestiegen als der dem Spritpreis zugrunde liegende Rohölpreis. Die dadurch massiv ausgeweiteten Gewinnmargen bescheren der Branche weiterhin hohe Übergewinne. Im Mai sind diese bei Diesel deutlich gesunken, liegen jedoch weiter bei 16,3 Millionen Euro pro Tag, während sie bei Benzin weiter anstiegen auf 6,4 Mio. Euro/Tag (April: 4,9 Mio. Euro/Tag). “Offenbar ist der Branche die eigene Gier beim Diesel-Aufschlag nicht ganz geheuer”, so Donat. “Der harte Preisschock hat vielen Menschen die Abhängigkeit vom Öl schmerzhaft vor Augen geführt. Jetzt bedroht der einsetzende E-Auto-Boom das lukrative Geschäft der Ölkonzerne. Die Bundesregierung sollte den Trend weg vom Verbrenner hin zum E-Auto weiter beschleunigen, um Deutschland aus dem Würgegriff der Ölkonzerne zu befreien.”
 

Der hohe Ölpreis und eine staatliche Kaufprämie für Elektro-Pkw haben die Zulassungszahlen von E-Autos zuletzt rasant steigen lassen. Jeder vierte Neuwagen im Mai  in Deutschland hatte einen reinen Elektromotor  -  knapp 40 Prozent mehr als im Mai 2025. Auch der Markt für gebrauchte E-Autos boomt. In den ersten vier Monaten des Jahres wechselten fast 120.000 Stromer den Besitzer - knapp doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Verkäufe von Autos mit Verbrennungsmotor hingegen lassen deutlich nach: Neuzulassungen von Benzinern brachen um 34 Prozent ein, die von Diesel um 13 Prozent.

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