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Greenpeace-Analyse: 70 Prozent der Grundwasserstände in Österreich zu niedrig

05.05.2026

Mehr als jede zehnte Messstelle so tief wie Ende April noch nie – Greenpeace warnt vor katastrophaler Aushöhlung des EU-Wasserschutzrechts

(c) Greenpeace   Mitja Kobal (6).jpg
Greenpeace warnt © Greenpeace Mitja Kobal

Wien - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die aktuelle Situation der österreichischen Grundwasserstände mit Ende April analysiert. Das Bild ist alarmierend: Rund 70 Prozent aller Messstellen zeigen einen niedrigen oder sogar sehr niedrigen Grundwasserstand auf. Bei mehr als jeder zehnten Messstelle liegt der Wasserstand so niedrig wie Ende April noch nie. Besonders betroffen sind Oberösterreich, Salzburg und Kärnten. Greenpeace fordert von der Bundesregierung endlich das im Regierungsprogramm angekündigte Wasserentnahme-Register für Industrie und Landwirtschaft umzusetzen und warnt eindringlich vor der geplanten Aushöhlung des EU-Wasserschutzrechts.

Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace: „Unsere Natur trocknet aus. Nach einem dürren Winter erleben wir nun einen extrem trockenen Frühling. Doch das ist längst keine Ausnahme mehr, sondern die neue Realität. Österreich ist auf dieses Szenario schlichtweg nicht gut vorbereitet. Deswegen muss unsere Bundesregierung unseren wertvollen Grundwasserschatz jetzt endlich besser schützen.”

Greenpeace hat 227 Grundwasser-Messstellen in ganz Österreich mit Ende April ausgewertet. Dabei zeigen rund 70 Prozent aller Messstellen ein niedriges oder sehr niedriges Niveau. Am dramatischsten ist die Situation derzeit in Oberösterreich, Salzburg und Kärnten. In Oberösterreich zeigt aktuell mehr als ein Drittel der Messstellen so niedrige Wasserstände wie Ende April noch nie. In Salzburg ist das bei mehr als einem Viertel der Messstellen der Fall und in Kärnten bei rund jeder fünften Messstelle.Das zu niedrige Grundwasser ist eine direkte Folge des viel zu trockenen letzten halben Jahres: In fünf der letzten sechs Monate hat es zu wenig geregnet oder geschneit. Teils fiel nur ein Drittel der üblichen Menge. Der regnerische Februar konnte dieses Defizit nicht ansatzweise ausgleichen.

Grundwasser ist nicht nur die wichtigste Trinkwasserquelle, sondern auch unerlässlich für Landwirtschaft und Industrie. Der Schutz unseres Grundwassers muss oberste Priorität haben. Es ist daher höchst besorgniserregend, dass es auf EU-Ebene derzeit Bestrebungen gibt, die EU-Wasserrahmenrichtlinie abzuschwächen. Doch genau das wird von Teilen der europäischen Industrie lautstark gefordert, obwohl sie selbst vom Grundwasser abhängig ist. Greenpeace warnt eindringlich: Die Aufweichung des Wasserschutzes wäre ein fataler Fehler. Das bestehende EU-Wasserschutzrecht ist ein erprobtes und unverzichtbares Schutzschild für unsere Flüsse und das Grundwasser. Weiters fordert Greenpeace, das im Regierungsprogramm angekündigte Wasserentnahme-Register jetzt endlich rasch umzusetzen. Nur so könnte man erstmals sehen, wie viel Grundwasser Industrie und Landwirtschaft in Österreich wirklich verbrauchen. Bisher fehlt diese Transparenz.


 

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