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GLOBAL 2000 warnt: Mangelhafte Risikobewertung von Genfood

25.11.2003

Gentechnik–Kritiker Pusztai: „Fehlende Untersuchungsergebnisse sind kein Beleg für Unbedenklichkeit„ – Glaubwürdigkeit der EU–Kommission im Umgang mit Genfood in Frage gestellt

ja © Global2000 www.global2000.at
ja © Global2000 www.global2000.at
Wien (25. November 2003). Im Anschluss an einen von GLOBAL 2000 initiierten Workshop über gentechnisch veränderte Nahrungsmittel (= Genfood) warnte der renommierte Genkritiker Dr. Arpad Pusztai im Rahmen einer Pressekonferenz vor der mangelhaften Risikobewertung von Genfood. „Die Zulassungsverfahren basieren auf völlig unzureichendem Datenmaterial. Es wurden bisher keine klinischen Studien zur Risikoabschätzung von Genfood veröffentlicht. Mangelhafte Untersuchungen und fehlende Ergebnisse über die Schädlichkeit von Genfood sind kein Beleg für deren Unbedenklichkeit„, kritisiert Dr. Arpad Pusztai den Stand der Forschung. „Genfood müsste eigentlich nach denselben strengen Verfahren zugelassen werden wie Medikamente!„, so Pusztai. Auch der GLOBAL 2000– Gentechnikexperte und Risikoforscher Werner Müller warnt vor der weiteren Zulassung von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln. „Mit der derzeit durchgeführten Risikobewertung würde sogar das katastrophale Gift DDT wieder zugelassen werden. Denn die jetzigen Untersuchungsmethoden berücksichtigen ausschließlich akute Gesundheitswirkungen. Mögliche längerfristige Schäden werden nicht untersucht und damit nicht erfasst. Diese kurzsichtige Methode forderte schon bei DDT zahlreiche Opfer. Solche Fehler dürfen bei Genfood nicht wiederholt werden.„ Besondere Brisanz erhält das Thema durch die drohende Zulassung von Bt 11–Genmais: „Aktuelle Studien zu Bt 11–Genmais geben Hinweise darauf, dass der Gentech–Mais Allergien hervorrufen kann. Zum Zulassungsantrag gibt es jedoch keine Untersuchungen bezüglich allergener Wirkungen. Das ist ein Skandal und ein bewusstes Ausblenden von Risikofeldern!„, empört sich Müller.
Vor dem Hintergrund der mangelhaften Risikoforschung bei Genfood und den drohenden Zulassungen in der nächsten Zeit fordert GLOBAL 2000 die Beibehaltung des EU–Moratoriums über die Neuzulassung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel. Es muss verpflichtende chronische Untersuchungen (Krebs, fruchtschädigende Wirkung, schädigende Wirkung auf das Immunsystem) für alle gentechnisch veränderten Pflanzen und Lebensmittel geben. Darüber hinaus muss eine sofortige Neubewertung der schon zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt werden. „Alle GVO, für die nicht binnen sechs Monaten eine Neubewertung durchgeführt wird, müssen verboten werden„, so Müller. „Die Voraussetzung für die Beurteilung neuer gentechnisch veränderter Produkte ist zudem die Offenlegung aller Daten zur Risikobewertung. Wenn die EU–Kommission als zuständige Behörde diese Forderungen nicht erfüllen kann, ist ihre Glaubwürdigkeit stark in Frage gestellt„, so Müller abschließend.

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25.11.2003 | Autor*in: pawek
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