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Geologie – ein Stolperstein für den Lobautunnel?

09.11.2006

Bereits Ende Oktober wies Virus auf erste Bohrergebnisse hin, die im Bereich des geplanten Lobautunnels anstelle von wasserundurchlässigem Untergrund grundwasserdurchströmten Sand zutage gefördert hatten

ja © Nationalpark Donau–Auen GmbH
ja © Nationalpark Donau–Auen GmbH
VIRUS–Sprecher Wolfgang Rehm erklärt "Die Autobahngesellschaft kann sich weiter der Hoffnung hingeben, nur eine Sandblase angestochen zu haben. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist der Untergrund jedoch völlig anders beschaffen als in den Prognosen angenommen." Dies wurde nun auch vom ehemaligen geologischen Leiter der OMV bestätigt. Rehm weiter: "Nichtsagende Schutzbehauptungen von einem "regelmäßig unregelmäßigen" Untergrund helfen hier ebenso wenig, wie Bohrergebnisse als frei erfunden oder die außerhalb des Nationalparks bereits laufenden Bohrungen als nicht existent zu bezeichnen". "Natürlich kann man im beheizten Büro bequem darauf warten, bis in einigen Monaten ein schön formatierter Endbericht auf dem Schreibtisch landet. Würde man sich allerdings der Mühe unterziehen, vor Ort Nachschau zu halten, dann könnte bereits jetzt in einer Vorab–Analyse unterschieden werden, in welcher Tiefe Schotter und Sand und wo wasserundurchlässiger Tegel zu finden ist," so Rehm.
Nachdem sich die Hinweise verdichten, dass der Lobautunnel in seiner derzeit geplanten Form technisch nicht realisierbar ist, wäre es unsinnig, zum jetzigen Zeitpunkt ein riskantes Bohrprogramm im Nationalpark weiter durchzuziehen, das auf genau dieses überholte Projekt zugeschnitten ist. Die Notwendigkeit, vor weiteren Schritten zunächst die laufenden Bohrungen abzuschließen und zu analysieren ist offensichtlich. Die Umweltorganisation fordert daher einen Stop für weiterere Bohrungen und eine Wende in der Verkehrspolitik im Interesse von Klima und Menschenschutz.
VIRUS veranstaltet derzeit gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen die "Mahnwache in der AU". Die Aufnahme der Arbeiten im Nationalpark wurde für Anfang November angekündigt, um nun, nachdem dieser Zeitraum nahezu abgelaufen ist, von dieser Ansage wieder abzurücken. "Ging man bei den Bewilligungsbescheiden noch von einer durchschnittlichen Dauer von 7 Tagen pro Bohrloch aus, zeigt die Praxis, dass die Arbeiten mehrere Wochen dauern und teilweise nach mehr als 4 Wochen noch nicht abgeschlossen sind, in Wahrheit läuft also die Zeit davonzulaufen" so Rehm skeptisch.
Kritik übt VIRUS auch an der Gemeinde Wien: " Die Menschen anstelle von seriöser Argumentation mit großem Werbebudget zu blenden, ist demokratiepolitisch fragwürdig". erklärt Rehm abschließend.

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09.11.2006 | Autor*in: holler
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