Gegen Fast Fashion: Neues Gütesiegel macht regionale Mode sichtbar
Wien/Salzburg - Wie es funktioniert zeigt die österreichische Designerin Julia Deiger mit ihrem Label DeLin. Ihre Kollektionen entstehen ausschließlich in Österreich, aus natürlichen, langlebigen Materialien. Nun wird dieses Engagement erstmals offiziell sichtbar: Gemeinsam mit dem OETI - Institut für Ökologie, Technik und Innovation GmbH hat sie das Gütesiegel INSPECTED QUALITY - Regional Produziert auf den Weg gebracht.
Das Label soll Kund*innen Orientierung bieten - und Vertrauen schaffen in einer Branche, in der „nachhaltig“ und „regional“ oft mehr Werbeversprechen als überprüfbare Realität sind. „Ich glaube an meine Brand DeLin und an regionale Produktion - ein Bereich mit großem Potenzial“, sagt Deiger. „Dieses Zertifikat ist eine großartige Chance für mehr Sichtbarkeit und Authentizität.“
Ein Siegel gegen leere VersprechenEntwickelt wurde das neue Gütesiegel im Rahmen des EU-Projekts TEX-DAN der FH Salzburg, das nachhaltige Konzepte für die Textilbranche im Donauraum fördert. OETI bringt seine 60-jährige Erfahrung als unabhängiges Prüfinstitut ein und definiert klare Kriterien: transparente Lieferketten, Produktion im Inland, Materialien mit langer Lebensdauer.
„Das Gütesiegel macht diese Qualitätsmerkmale sichtbar und stärkt die Transparenz entlang der textilen Wertschöpfungskette“, erklärt Dr. Miriam Scheffelmeier, Head of Marketing & Sales bei OETI. Für Marken wie DeLin bedeutet das nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern auch Differenzierung in einem übervollen Markt, in dem Konsument*innen zunehmend nach echten Alternativen suchen.
Für OETI ist das Projekt ein Schritt in Richtung Marktwende. „Natürliche Materialien, kurze Lieferketten und transparente Qualitätssicherung sind entscheidende Bausteine für die Transformation der Textilbranche“, sagt Helene Melnitzky, Leiterin des Geschäftsbereichs Ökologie und OEKO-TEX® Produkte. Mit INSPECTED QUALITY - Regional Produziert wolle man Nachhaltigkeit nicht nur versprechen, sondern mess- und überprüfbar machen.
Damit setzt die Kooperation ein deutliches Signal: Gegen die Austauschbarkeit von Fast Fashion, für Mode mit Herkunft und Haltung. Und sie zeigt, dass Regionalität kein nostalgisches Ideal ist - sondern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell, das der europäischen Textilwirtschaft neue Perspektiven eröffnet.
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