Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie(current)2
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ersatz fossiler Energie
20260608 oekonews Banner

Gasbohrung vor Borkum: Vertrag mit Niederlanden verstößt gegen Grundgesetz und Völkerrecht

05.09.2025

Greenpeace-Gutachten sieht deutschen Bundestag und Bundesrat in der Pflicht, das Abkommen abzulehnen

protest.jpg
Protest gegen die Gasplattform © Greenpeace Deutschland

Hamburg, 4. 9. 2025 – Der Vertrag zwischen Deutschland und den Niederlanden zur grenzüberschreitenden Erdgasausbeutung vor der Nordseeinsel Borkum ist verfassungs- und völkerrechtswidrig. Er verstößt sowohl gegen das Pariser Klimaschutzabkommen, als auch gegen das im Grundgesetz verankerte Klimaschutzgebot (Art. 20a GG). Zu diesem Ergebnis kommt ein heute veröffentlichtes Rechtsgutachten der Rechtsanwältin Roda Verheyen im Auftrag von Greenpeace. Das mittlerweile unterzeichnete Abkommen ist die Voraussetzung dafür, dass der niederländische Energiekonzern “One Dyas” auch auf deutscher Seite mit der umstrittenen Gasausbeutung nahe des Wattenmeers beginnen kann. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach sich explizit für das Gasprojekt aus. Am Montag hat das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die endgültige Genehmigung zum Bohrstart erteilt. “Das Gasabkommen mit den Niederlanden ist ein Vertrag über Klima- und Naturzerstörung,” so Anike Peters, Energieexpertin von Greenpeace. “Zukunftsweisend wäre eine Politik, die nur noch auf sichere, saubere und kostengünstige erneuerbare Energien setzt. Die Bundesregierung hingegen entscheidet sich für Rechtsbruch und Verlängerung der fossilen Abhängigkeit.”

Gasprojekt mit Klimazielen unvereinbar

Der Vertrag ermöglicht weitere Erdgasprojekte in unbegrenzter Zahl im deutsch-niederändischen Grenzgebiet. Die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Temperaturgrenzen sind allerdings nur einzuhalten, wenn ab sofort kein einziges neues Öl- oder Gasvorhaben mehr realisiert wird. Das mahnte unter anderen die Internationale Energieagentur  (IEA) bereits 2023 an. Deutschland hat das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert und ist völkerrechtlich daran gebunden. Zudem verpflichtet Artikel 20a des deutschen Grundgesetzes zum Klimaschutz und zur Herstellung der Klimaneutralität. Indem die Bundesregierung mit dem deutsch-niederländischen Vertrag ein fossiles Projekt ermöglicht, das mit den Klimazielen per se nicht vereinbar ist, handelt sie demnach verfassungswidrig, so das Greenpeace-Gutachten. Bundesrat und Bundestag müssen dem Vertrag noch mit einem Ausführungsgesetz zustimmen. “Statt der Gaslobbyistin Katherina Reiche blind zu folgen, sollten unsere gewählten Volksverstreter:innen unser aller Zukunft im Blick haben und dem Abkommen nicht zustimmen”, so Peters.

Seit der niedersächsische Landtag 2022 den Gasbohrungen vor Borkum zugestimmt hat, gibt es sowohl auf der Insel als auch von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden Widerstand gegen das Projekt. Das Gas aus Borkum würde maximal ein Prozent des derzeitigen deutschen Gasverbrauchs ausmachen. Die Bohrung riskiert jedoch massive Schäden an der Natur des Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Greenpeace hat in unmittelbarer Nähe der Bohrstelle  schützenswerte Steinriffe entdeckt, die durch die Bauarbeiten extrem gefährdet wären. Greenpeace-Aktivist:innen protestierten mehrfach, unter anderem mit einem mehrtägigem Protestcamp gegen das Aufstellen der Bohrplattform, gegen die Pläne von “One Dyas”. Noch immer sind Klagen gegen das Gasprojekt anhängig.

  • Drucken
  • Empfehlen
05.09.2025
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Solarstrom kann es - hervorragend!

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Klare Mehrheit der Deutschen für Investitionen in  Energiewende und gegen neue Gaskraftwerke

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Dienstag, 16. Juni 2026, 69.405 Artikel Online

Weitere Themen

  • ÖWG Solar Heaven: Erste Bürgerenergiegemeinschaft im gemeinnützigen Wohnbau startet durch
  • 40 Jahre Urananreicherungsanlage Gronau: Umweltverbände fordern sofortige Stilllegung
  • Geplante LNG-Anlegestelle in Brunsbüttel gefährdet Menschen und Umwelt: Deutsche Umwelthilfe leitet rechtliche Schritte ein
  • Abhängigkeit von Öl und Gas: Budgetrede liefert richtige Diagnose, aber schwache Therapie
  • Energiebranche drängt auf Beschluss des EABG: „Energiezukunft jetzt sichern“
  • Nationalrat beschließt  Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz
  • Doppelbudget: Geringe Fortschritte für Wärmewende, trotz Bekenntnis zur Schlüsselrolle für Wohlstand
  • Schneider Electric: „Trägheit ist Europas größtes Energierisiko”
  • AKW-Laufzeiten bis zu 80 Jahre: Der Schweizer Bundesrat setzt auf ein riskantes Szenario
  • Greenpeace protestiert gegen mögliche Rückkehr zur Atomkraft in der Schweiz
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
13.230 Artikel | Seite 1 von 1.323

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
protest.jpg

Protest gegen die Gasplattform © Greenpeace Deutschland