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Gas auch ohne Gülle

18.01.2007

Pirow: Feststoffvergärung der Nassvergärung ebenbürtig

Wer Biogas erzeugen will, kann auf Gülle künftig verzichten. Auch mit nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Reststoffen allein lassen sich hohe Gaserträge erzielen. So die Ergebnisse der Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Bornim. Mit Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe hatten sie den Betrieb der Trockenfermentationsanlage in Pirow wissenschaftlich begleitet.
Und in Pirow nicht nur ihre Nasen, sondern auch ihre Messgeräte in Substrate, Gärreste und Gase gesteckt. Das Fazit der gut einjährigen Forschungen: die Methanerträge der Feststoffvergärung stehen denen der Nassfermentation in nichts nach. Eine Erkenntnis, auf die reine Ackerbauern sehnsüchtig warten, waren sie doch bislang von der Biogaserzeugung ausgeschlossen.
Drei gasdichte Garagenfermenter bilden das Herzstück der Anlage der Loock Biogassysteme GmbH im brandenburgischen Pirow. Von einer 150 Kubikmeter großen Garage unterscheidet einen Fermenter nicht nur Belüftungs-, sondern auch Berieselungstechnik. Denn nur wenn die Biomasse vorbelüftet und während des Vergärens regelmäßig mit Flüssigkeit aus vorangegangenen Gärprozessen benetzt wird, können die Bakterien sie richtig abbauen.
Die konkreten Gärversuche liefen über sieben Wochen: Mischungen aus 60 % Maissilage, 13 % Gärrest und 27 % Putenmist wurden vergoren und kontinuierlich beobachtet. Auf die Gaserträge hatten die Wissenschaftler ein besonders waches Auge. Denn sie sollten zeigen, ob die Trockenvergärung mit der Nassvergärung mithalten kann. Sie kann: Erträge von 90 Kubikmeter Methan pro Tonne Frischmasse sind denen konventioneller Anlagen vergleichbar.
Nun gilt es, am Verfahren so zu feilen, dass die Erträge noch besser werden. Vor allem, was den Prozesswasserkreislauf betrifft, besteht noch Spielraum, den die am Projekt beteiligten Partner weiter ausreizen wollen. Nicht nur in Pirow, sondern zum Beispiel auch an der ebenfalls von der FNR geförderten Anlage in Clausnitz. Ihre Tauglichkeit hat die Trockenvergärung nun jedenfalls auch wissenschaftlich unter Beweis gestellt.
Details zum Projekt sind in Band 24 der Gülzower Fachgespräche "Trockenfermentation" nachzulesen. Das Buch kann kostenlos über www.fnr.de , Stichwort Literatur, bestellt werden.
Autorin: Barbara Wenig
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18.01.2007 | Autor*in: holler
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