Für 2025 wird leichter Anstieg der Treibhausgas-Emissionen erwartet
Wien - Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich werden im Jahr 2025 voraussichtlich leicht ansteigen. Laut einer ersten Schätzung des Umweltbundesamts im Auftrag des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) dürften die Emissionen gegenüber 2024 um rund ein Prozent zunehmen. Das entspricht einem Plus von etwa 0,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent auf insgesamt rund 67,3 Millionen Tonnen.
Umweltminister Norbert Totschnig sieht darin ein deutliches Signal für weiteren Handlungsbedarf: „Die Entwicklung zeigt, dass wir den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorantreiben müssen.“ Neben Investitionen in saubere Energie sei vor allem die Elektrifizierung von Industrie und Mobilität sowie der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme entscheidend. „Die Reduktion der Treibhausgase bleibt eine gemeinsame Aufgabe – dafür braucht es auch die notwendigen Budgetmittel in den kommenden Jahren“, so Totschnig.
Mehr Gasstrom und höhere Heiznachfrage
Die Ursachen für den Emissionsanstieg liegen vor allem in einer höheren Industrieproduktion sowie in einer verstärkten Stromerzeugung aus Gaskraftwerken. Niedrige Wasserstände in den Flüssen führten dazu, dass weniger Wasserkraft genutzt werden konnte. Gleichzeitig sorgte ein kälteres Jahr für einen erhöhten Heizbedarf bei Haushalten.
Dämpfend wirkten hingegen ein deutlich geringerer Dieselverbrauch, bereits umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen sowie die weiterhin schwache wirtschaftliche Entwicklung.
Klimaexperte Günther Lichtblau betont: „Der Anstieg zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und den Umstieg auf erneuerbare Energieträger zu beschleunigen.“
Starker Anstieg im Emissionshandel
Im Bereich des Emissionshandels wird für 2025 ein deutlicher Zuwachs erwartet. Die Emissionen steigen hier laut vorläufigen Daten um rund 6,3 Prozent auf 25,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Haupttreiber sind die verstärkte Nutzung von Erdgas zur Stromerzeugung sowie höhere Emissionen in der Industrie, insbesondere in der Stahlproduktion.
Gebäude verursachen mehr Emissionen, Verkehr deutlich weniger
In den Sektoren außerhalb des Emissionshandels ergibt sich ein gemischtes Bild: Insgesamt wird ein Rückgang der Emissionen um rund zwei Prozent auf 41,8 Millionen Tonnen erwartet. Dennoch wird die für 2025 festgelegte Höchstmenge von etwa 40,7 Millionen Tonnen überschritten.
Besonders deutlich steigen die Emissionen im Gebäudesektor – um rund 7,4 Prozent. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die Witterung: 2025 wurden deutlich mehr Heizgradtage verzeichnet als in den ungewöhnlich warmen Vorjahren, was sich im höheren Verbrauch von Heizöl und Erdgas niederschlägt.
Im Verkehrssektor hingegen gehen die Emissionen deutlich zurück – um etwa 6,3 Prozent. Grund dafür ist vor allem der gesunkene Dieselverbrauch.
Zielperiode könnte dennoch eingehalten werden
Trotz der Überschreitung der jährlichen Höchstmenge deuten die aktuellen Berechnungen darauf hin, dass Österreich seine Klimaziele für die EU-Abrechnungsperiode 2021 bis 2025 insgesamt einhalten könnte.
Die vorliegenden Zahlen basieren auf vorläufigen Berechnungen (Stand Februar 2026) und sind mit Unsicherheiten behaftet. Genauere Ergebnisse werden mit dem jährlichen „Nowcast“ im August 2026 erwartet.