Frankreich: Kritik an geplanter Atomkraft-Erweiterung in Bugey
Dieser Schritt wird von Umwelt- und Antiatomorganisationen scharf kritisiert. Sie sehen darin eine Reaktion auf einen Gerichtserfolg vom Dezember 2025, als das Verwaltungsgericht Lyon Einwänden gegen die Erweiterung des Kernkraftwerks teilweise Recht gab. Nach Ansicht der Kritiker soll die neue Einstufung rechtliche Hürden beseitigen und den Bau beschleunigen.
Besonders bemängelt wird die unzureichende Information der Öffentlichkeit. Die von Betreiber EDF veröffentlichten Unterlagen seien nur begrenzt verfügbar gewesen und hätten wichtige Fragen offengelassen. So fehle bislang eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung. Kritiker weisen darauf hin, dass die beiden geplanten Reaktoren enorme Mengen Wasser benötigen würden und mögliche Auswirkungen auf die Rhône, Fischbestände und die regionale Wasserversorgung nicht ausreichend untersucht seien.
Auch der geplante Standort sorgt für Bedenken. Das Projekt liegt in der Nähe eines Natura-2000-Schutzgebiets sowie des wichtigen Trinkwasserreservoirs Crépieux-Charmy, das unter anderem den Großraum Lyon versorgt. Zudem leben auf dem Baugelände mehrere geschützte Tierarten.
Mehrere NGOs fordern daher eine umfassende Prüfung der ökologischen und sicherheitstechnischen Risiken. Sie argumentieren, dass ein Projekt von dieser Größenordnung nicht ohne transparente Information der Bevölkerung und sorgfältige Abwägung seiner langfristigen Folgen umgesetzt werden dürfe. Das Anti-Atom-Netzwerk "Sortir du nucleaire" hat deswegen beschlossen, den Beschluss vor dem Staatsrat anzufechten.