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Fast 40 Grad: Warum Österreichs Städte dringend grüner werden müssen

26.06.2026

Mit prognostizierten Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius am kommenden Wochenende steht Ostösterreich vor einer außergewöhnlichen Hitzewelle.

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Begrünte Fassade © PIRO4D pixabay.com

Wien - Die angekündigten Werte zeigen einmal mehr, wie stark der Klimawandel die Städte trifft  und wie groß der Handlungsbedarf bei der Anpassung des urbanen Raums ist.

 

Asphalt, Beton und dunkle Fassaden speichern tagsüber enorme Mengen an Wärme und geben sie in den Nachtstunden wieder ab. Dadurch entstehen sogenannte Hitzeinseln, die besonders für ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke sowie Beschäftigte im Freien zu einer erheblichen Gesundheitsbelastung werden.
 

Nach Ansicht von GRÜNSTATTGRAU, dem österreichischen Verband für Bauwerksbegrünung, und der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (ÖGLA) braucht es deshalb deutlich mehr Begrünung in Städten. Pflanzen würden Oberflächen beschatten, durch Verdunstung die Umgebungstemperatur senken und damit einen natürlichen Kühleffekt erzeugen.
 

„Diese Hitze ist kein kurzfristiges Komfortproblem, sondern eine Frage der Gesundheitsvorsorge und der Zukunftsfähigkeit unserer Städte“, betont Katharina Mauss, Co-Geschäftsführerin von GRÜNSTATTGRAU. Die Baukultur müsse sich grundlegend verändern. Die wirksamsten Maßnahmen seien seit Langem bekannt: mehr Grünflächen und weniger versiegelte Böden.
 

Klimaanlagen allein sind keine Lösung

Während Klimaanlagen Innenräume kurzfristig abkühlen, verschärfen sie laut den Expertinnen das Problem im Außenraum. Die Geräte geben zusätzliche Wärme an ihre Umgebung ab und tragen so zur weiteren Erwärmung der Städte bei. Nachhaltiger seien sogenannte naturbasierte Lösungen wie Bäume, Dach- und Fassadenbegrünungen oder entsiegelte Flächen, die Wasser speichern und die Kühlleistung der Pflanzen unterstützen.

Stephanie Drlik, Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur, bezeichnet Stadtgrün deshalb als „systemrelevante Infrastruktur“. Begrünte Dächer, Fassaden, Parks und Bäume seien längst keine freiwillige Verschönerungsmaßnahme mehr, sondern ein wesentlicher Bestandteil klimaresilienter Städte.
 

Strategien vorhanden, aber Umsetzung zu langsam 

Zwar hätten viele Städte und Gemeinden bereits Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt, deren Umsetzung komme jedoch nur schleppend voran. Gebäude und öffentliche Räume würden nach wie vor nicht konsequent genug begrünt.
 

Nach Einschätzung der Fachleute fehlt es weniger an Wissen oder technischen Möglichkeiten als an einer raschen Umsetzung. Instrumente wie der von GRÜNSTATTGRAU angebotene „Greening Check“ sollen Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Planung von Gebäudebegrünungen unterstützen.
 

Natur als beste Klimaanlage 

Für die Expertinnen steht fest: Die zunehmenden Hitzewellen machen deutlich, dass Städte künftig anders geplant werden müssen. Ziel müsse es sein, Hitzeinseln gar nicht erst entstehen zu lassen. Kühlende Pflanzen, schattenspendende Bäume und wasserspeichernde Oberflächen seien die wirksamsten Mittel, um Städte langfristig an den Klimawandel anzupassen.
 

Die Botschaft ist klar: Mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke wird Stadtbegrünung nicht länger als gestalterisches Extra betrachtet,  sondern  sie ist unverzichtbare Infrastruktur für Gesundheit, Lebensqualität und Klimaschutz.

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26.06.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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Begrünte Fassade © PIRO4D pixabay.com