Falsches Signal: Preisanstieg des Deutschlandtickets
Hamburg und Berlin – Der Preis des Deutschlandtickets soll mit Beginn des kommenden Jahres um weitere knapp 4 Euro auf 66,90 Euro steigen, wie mehrere deutsche Medien übereinstimmend berichten. Das wäre die vierte Preiserhöhung des millionenfach abonnierten ÖPNV-Abos und mit einer Gesamt-Teuerung von 37 Prozent seit 2023 der höchste Preisanstieg eines solchen Tickets in Europa.
Greenpeace-Mobilitätssexpertin Marissa Reiserer sieht eine vertange Chance zur Entlastung und falsche verkehrspolitische Anreize: “Die Preise für Benzin und das Deutschlandticket sind seit Mai 2023 nahezu gleich stark gestiegen. Kein anderes Land in Europa hat seine Bus- und Bahnabos in dieser Zeit so stark erhöht. Jetzt wird Tanken subventioniert und das Deutschlandticket wird nochmal teurer. Diese falschen Prioritäten stößt knapp 15 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten vor den Kopf und denen die auf Bus und Bahn umsteigen wollen. Es ist kurzsichtig, ein Ticket immer weiter zu verteuern, das den Verbrauch von Öl senkt und damit Deutschlands Unabhängigkeit und den Klimaschutz stärkt.
Hohe Spritpreise lassen sich nicht weg subventionieren. Die beste Antwort auf den fossilen Preisschock ist, den Verbrauch von Öl und Gas zu senken. Das Deutschlandticket kann uns dabei einen wichtigen Schritt weiter bringen - aber dafür muss es bezahlbar bleiben. Wer zielgerichtet schnell entlasten will, sollte dringend ein Sozialticket einführen. Anders als der Tankrabatt kommt das auch komplett bei den Richtigen an.”