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FAKTEN-CHECK: ZIB 2 Interview Wolfgang Hattmannsdorfer

20.11.2025

Was der Minister erklärte und was richtig ist!

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© TungArt7 pixabay.com
  •  Der Energieminister ist auf Seiten der Bevölkerung und Stromkunden – daher ist es auch wichtig in Anbetracht der Inflation den Energiepreis zu senken 
Antwort: 
Falsch: Grabenkämpfe und Lagerdenken lösen kein Preisproblem, sondern sind ein kommunikatives Instrument.
Die angekündigte Strompreisdeckelung auf 10ct befindet sich nicht in diesem Gesetz.
Das “Billigstromgesetz” wird also erst präsentiert und befindet sich in Verhandlungen. Politisches Wunschdenken ersetzt keine ökonomischen Gesetze. Marktpreise lassen sich nicht per Ansage senken. Der geplante Österreich- Aufschlag durch europaweit einzigartige zusätzliche Einspeiseentgelte steigert den Preis für heimische Erzeugung und damit logischerweise den Preis für die Haushalte und Unternehmen. Der Österreich-Aufschlag führt zu weniger heimischer Stromproduktion und mehr Importen. Dauerhaft niedrigere Preise entstehen durch mehr Angebot,  effizientere Netze, Wettbewerb und weniger Importabhängigkeit – nicht durch einen Österreichaufschlag.

 
  • Explodierende Netzkosten dämpfen/Netzkosten gehen durch die Decke  
Antwort: Die Sprache ist von bis zu 50 Mrd. Euro bis 2040; Hierzu gibt es Abschätzungen der E-Control, die von rund der Hälfte der Kosten ausgehen – wenn es eben gelingt ein effizienteres Netzsystem umzusetzen, wie es das ElWG vorsieht. Die österreichische Netzfinanzierung ist teuer. Die Finanzierung günstiger zu machen und zusätzliche Stellschrauben umzusetzen wäre wichtig – und das dann auch wirken zu lassen, bevor populistische Maßnahmen mit Schaden für den Wirtschaftsstandort umgesetzt werden.
  • Größtes Problem sind die Netzkosten 
Antwort: Nein, der Strompreis besteht aus drei fast gleich großen Bestandteilen. Dem Energiepreis auf den die heimische Einspeisung schon heute preisdämpfend wirkt. Dem Netzteil und Steuern und Abgaben. Der Energiepreis kann durch mehr Erneuerbare gesenkt werden (hierzu bekennt sich BM Hattmannsdorfer) und letzteres, nämlich die Steuern und Abgaben, hat die Regierung selbst in der Hand. Übrigens sind in einigen
Netzgebieten die Netzkosten in den letzten 20 Jahren im Schnitt gesunken – auf Grund der Liberalisierung.
 
  • Erneuerbaren Ausbau ohne Rücksicht auf Netze und Physik 

Antwort: Die österreichische Netzinfrastruktur wurde im Wesentlichen in den Nachkriegsjahren vor allem bis in die 1970 errichtet. Allein aufgrund des Alters sind mittlerweile erhebliche Investitionen nötig um diese Infrastruktur zu modernisieren.
Hierzu zwei Fakten: Die Erneuerbaren wurden so ausgebaut, wie es seit Jahren bekannt war dass es notwendig ist. Der Ausbau wurde auf Bundesebene klar mit Zielen
versehen, die über mehrere Jahre im Voraus bekannt waren. Damit ist es ein Nachziehen von Ausbauten. Unmöglich ist es, ohne Rücksicht auf Physik zu bauen. Für den Anschluss jeder Erzeugungsanlage gibt es ein komplexes Regelwerk, beruhend auf physikalischen Grundlagen. Gerade auf Grund der Physik können Anlagenbetreiber bereits jetzt nicht oder nur einen Teil des Stroms einspeisen, weil die Netzinfrastruktur eben nicht vorhanden ist. Hier gibt es ganz klare Vorgaben der Netzbetreiber, und eben die Physik, die bereits seit Jahren einzuhalten sind. Wenn die Erneuerbaren Kraftwerke gegen die Gesetze der Physik gebaut hätten, wäre das eine Sensation, die man patentieren lassen sollte! 
 
  • ELWG verhindert Blackout: 

Antwort: Nein, die Vorgaben zu Blackout-Prävention bestehen bereits seit mehreren Jahren – anders als in Spanien – und werden in den technisch organisatorischen Regelwerken geregelt, die von der E-Control und dem Übertragungsnetzbetreiber APG erarbeitet werden – nicht von der Politik. Deswegen ist die Versorgungssicherheit in Österreich auf Spitzenniveau.
Blackouts verhindert nicht ein Bundesgesetz, sondern ein europäisches Regelwerk, tägliche Koordination der Netzbetreiber und modernste Regelsysteme. Wer das ElWG als Blackout-Rettung darstellt, betreibt symbolpolitische Überhöhung.


FETT =  Die ANTWORTEN DES WIRTSCHAFTSMINISTERS

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20.11.2025
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