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Europa sendet Signal von oben: Neuer Satellit macht Wettervorhersage präziser denn je

02.07.2025

Wichtiger Schritt zur Stärkung von Europas Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wetterereignissen

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Start von Europas erstem geostationärem Sounder-Satelliten © EUMETSAT

Darmstadt  – Mit dem Start des neuen Satelliten MTG-S1 (Meteosat Third Generation Sounder 1) beginnt ein neues Kapitel in der europäischen Wetterbeobachtung. Der geostationäre Satellit, der am 1. Juli ins All gebracht wurde, wird künftig präzisere und frühzeitigere Wetterwarnungen ermöglichen – ein bedeutender Schritt für den Schutz von Menschenleben, Infrastruktur und Eigentum angesichts immer extremerer Wetterlagen.

Frühwarnsystem aus dem All

Stürme, Überschwemmungen und Hitzewellen haben Europa in den letzten Jahrzehnten stark zugesetzt – mit dramatischen Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft. MTG-S1 liefert hochfrequente Messdaten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Spurengasen in der Atmosphäre. Damit können Meteorologinnen und Meteorologen gefährliche Wetterlagen künftig noch früher erkennen und Warnungen rechtzeitig aussprechen.

„Der neue Satellit wird uns helfen, die Anzeichen atmosphärischer Instabilität schon zu erkennen, bevor sich Wolken bilden“, sagt Phil Evans, Generaldirektor von EUMETSAT, der europäischen Agentur für Wetter-Satelliten. „In Kombination mit anderen Satellitendaten erhalten wir erstmals ein vollständiges Bild vom Lebenszyklus starker Stürme – vom ersten Anzeichen bis zur Auflösung.“ 

Beobachtung rund um die Uhr
 

MTG-S1 befindet sich in einer geostationären Umlaufbahn rund 36.000 Kilometer über dem Äquator. Von dort aus beobachtet er permanent Europa, Afrika und die angrenzenden Regionen. Besonders leistungsfähig ist das sogenannte InfraRed Sounder (IRS)-Instrument, das alle 30 Minuten rund 2.000 Infrarot-Wellenlängen erfasst. Es erstellt vertikale Profile von Temperatur und Luftfeuchtigkeit – wichtige Daten für kurzfristige Prognosen und Klimaforschung.

Ergänzt wird MTG-S1 durch das UVN-Spektrometer Sentinel-4, Teil des EU-Programms Copernicus, das stündlich Informationen über Luftschadstoffe liefert. Dies hilft unter anderem dabei, Emissionen zu überwachen, Luftqualitätsvorhersagen zu verbessern und gesundheitliche Risiken besser einzuschätzen. 

Meilenstein europäischer Zusammenarbeit

Der erfolgreiche Start sorgte in der EUMETSAT-Zentrale in Darmstadt für großen Jubel. Neben den technischen Erfolgen ist MTG-S1 auch ein Symbol für das starke Miteinander in Europa. Die Mission wurde gemeinsam von EUMETSAT, der Europäischen Kommission, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), nationalen Wetterdiensten sowie Industrie- und Forschungspartnern umgesetzt.

Simonetta Cheli von der ESA betont: „Diese Mission wird unsere Fähigkeit, Unwetter und Luftqualität vorherzusagen, grundlegend verändern. Sie zeigt, was Europa durch Zusammenarbeit erreichen kann.“

Auch Christoph Kautz von der EU-Kommission sieht in MTG-S1 einen wichtigen Beitrag zur Umwelt- und Gesundheitspolitik: „Der Satellit liefert lebenswichtige Daten, um öffentliche Dienste zu verbessern und das Leben der Menschen in Europa zu schützen.“

 

Hintergrund: Wer ist EUMETSAT?

 

EUMETSAT (European Organisation for the Exploitation of Meteorological Satellites) hat ihren Sitz in Darmstadt und ist verantwortlich für den Betrieb europäischer Wetter- und Klimasatelliten. Ihre Daten und Bilder unterstützen Wetterdienste, den Katastrophenschutz und viele weitere kritische Bereiche. Derzeit gehören 30 europäische Länder zu EUMETSAT, darunter auch Österreich.

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