So lautete das Ergebnis einer Produktprüfkampagne, die von der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU der Europäischen Kommission (GD GROW) organisiert wurde.
Insgesamt wurden 17 Motoren in einem akkreditierten, auf Ökodesign spezialisierten Labor in Dänemark geprüft: zwei Einphasenmotoren und 15 Dreiphasenmotoren, die von Marktüberwachungsbehörden in der Schweiz, Schweden und Finnland beprobt wurden. Dazu gehörten zwei große Industriemotoren mit 75 kW. Die Motoren wurden anhand von Marktforschung und eines risikobasierten Ansatzes ausgewählt und sollen nicht repräsentativ für den Markt sein. Vier wurden online gekauft, der Rest im stationären Handel.
Sie wurden auf ihre Energieeffizienz geprüft, d. h. auf die Differenz zwischen dem Energieverbrauch und der vom Motor bereitgestellten mechanischen Leistung. Die beiden Motoren mit 75 kW mussten die Effizienzklasse IE4 erreichen, das seit dem 1. Juli 2023 geltende höchste geforderte Motoreffizienzniveau.
Bei allen Motoren wurde geprüft, ob sie den EU-Ökodesign-Anforderungen für die Produktinformationen, die den Motoren beiliegen müssen, entsprechen.
Positive Ergebnisse
Alle 17 Motoren haben die Prüfungen auf Energieeffizienz bestanden. Bei sechs Motoren waren die gemessenen Werte gleich oder besser als die vom Hersteller angegebenen Werte. Bei 11 lagen die gemessenen Werte unter den vom Hersteller angegebenen Werten, aber noch innerhalb der von der Marktüberwachung zugelassenen Toleranzen.
Nur zwei Motoren erfüllten die Ökodesign-Anforderungen für Produktinformationen. Die übrigen 15 haben nicht bestanden, weil keine Informationen zu ihren Leistungsverlusten in Prozent der Ausgangsleistung bei verschiedenen Betriebspunkten (Drehzahl vs. Drehmoment) vorlagen. Die Hersteller sind seit dem 1. Juli 2022 verpflichtet, diese Informationen bereitzustellen.
Bei acht Motoren fehlte das Herstellungsjahr auf dem Typenschild. Außerdem fehlten in einigen Fällen Angaben zur Anzahl der Pole, zur Höhe, zu Temperaturgrenzen für Umgebungsluft sowie zur Nenneffizienz.
Risikobewertung und ergriffene Maßnahmen
Fünfzehn Hersteller wurden angewiesen, fehlende Produktinformationen zu ergänzen, um die Konformität mit der Verordnung zu gewährleisten. Dies sind Informationen, die die Kaufentscheidung einer Person beeinflussen könnten. Die Marktüberwachungsbehörden haben 12 der Produkte im Informations- und Kommunikationssystem für die europäische Marktüberwachung (ICSMS) , einer Kommunikationsplattform, über die EU-Behörden Informationen über Non-Food-Produkte austauschen können, registriert.
Die Marktüberwachungsbehörden empfahlen den Herstellern, sich darüber zu informieren, wie sie die Anforderungen der Ökodesign-Verordnung in Bezug auf die Produktinformationen, die auf dem Produkt und im Internet angegeben werden müssen, erfüllen können.
„Marktüberwachungskampagnen wie diese sind unerlässlich, um für die Informationen, die es beim Kauf von Elektromotoren zu beachten gilt, zu sensibilisieren. Sie sind besonders wichtig, um Verbraucherinnen und Verbraucher und auch einen fairen Wettbewerb im Binnenmarkt zu unterstützen“, so Vanessa Capurso, Referentin der GD GROW.
JACOP 2024
Die Prüfungen wurden im Rahmen einer Produktprüfkampagne namens Gemeinsame Maßnahmen zur Konformität von Produkten (Joint Actions on Compliance of Products, JACOP 2024), die in EU- und EFTA-Ländern verkaufte werden, durchgeführt. Solche Initiativen tragen dazu bei, durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Marktüberwachungsbehörden einen sicheren Binnenmarkt zu gewährleisten. Sie prüfen gemeinsam Produkte, ermitteln deren Risiken und harmonisieren ihre Arbeitsweisen. Elektromotoren waren eine der 16 Produktkategorien, die in dieser Kampagne geprüft wurden.