Erste Aquaponik-Pilotanlage für regionale Fischproduktion in modularen Aquaponik-Cubes
Im Mittelpunkt stehen sogenannte Aquaponik-Cubes, kompakte Module, in denen Fischzucht und Pflanzenproduktion miteinander verbunden werden. Das nährstoffreiche Wasser aus den Fischbecken dient als Dünger für die Pflanzen, die das Wasser gleichzeitig biologisch reinigen und wieder in den Kreislauf zurückführen. Unterstützt wird das System durch Filtertechnik sowie Sensoren, die den Betrieb überwachen und steuern.
Die Pilotanlage soll in den kommenden Monaten wichtige Daten liefern, um Sensorik und Regeltechnik weiter zu optimieren. Für die technische Umsetzung arbeitet Ecocircling mit dem auf Fischzucht spezialisierten Unternehmen AignerX zusammen.
Hinter dem Projekt steht auch ein wirtschaftlicher Hintergrund: Österreich konsumiert jährlich rund 70.000 Tonnen Fisch, produziert jedoch nur einen Bruchteil davon selbst. Rund 65.000 Tonnen werden importiert. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach regional erzeugtem Speisefisch, während internationale Lieferketten und geopolitische Entwicklungen die Preise erhöhen.
Nach Angaben des Unternehmens benötigt das Kreislaufsystem bis zu 90 Prozent weniger Wasser als herkömmliche Fischzuchtanlagen und soll zudem deutlich energieeffizienter arbeiten. Perspektivisch könnten auch erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, Biomasse oder Windkraft eingebunden werden.
Die modularen Anlagen sind für unterschiedliche Einsatzbereiche gedacht – von Hotels und Gastronomiebetrieben über landwirtschaftliche Betriebe bis hin zu Gemeinden. Durch ihre kompakte Bauweise könnten sie auch direkt sichtbar in Betrieben installiert werden und so Lebensmittelproduktion für Gäste oder Kunden erlebbar machen.
Die derzeitige Pilotanlage ist für eine Jahresproduktion von bis zu neun Tonnen Wels ausgelegt. Langfristig sollen die Systeme in verschiedenen Größen angeboten werden. Nach Angaben der Gründerinnen gibt es bereits internationales Interesse an der Technologie.
„Mit der Pilotanlage verlassen wir die Konzeptphase und können nun unter realen Bedingungen zeigen, dass unser System funktioniert“, sagt Geschäftsführerin Teresa Millinger. Ihre Geschäftspartnerin Grace Sheehan sieht darin eine Antwort auf globale Herausforderungen wie Importabhängigkeit, Wasserknappheit und den Wunsch nach regional produzierten Lebensmitteln.
In den kommenden Monaten soll die Entwicklung abgeschlossen werden. Anschließend sollen die Aquaponik-Anlagen für Hotels, Gastronomiebetriebe, Gemeinden und landwirtschaftliche Betriebe erhältlich sein.