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Erneuerbare Energien dominieren: 91 % aller neuen Projekte sind günstiger als fossile Alternativen

23.07.2025

IRENA-Bericht 2024: Sauberer Strom schlägt fossile Energie – nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich

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Photovoltaik © Red Zeppelin Pexels.com

Abu Dhabi – Die Energiewende ist längst kein Idealismus mehr – sie ist harte Wirtschaft. 91 % aller neuen Projekte im Bereich erneuerbarer Energien, die 2024 weltweit in Betrieb genommen wurden, waren kostengünstiger als sämtliche fossile Alternativen. Das zeigt der  neu veröffentlichte Jahresbericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA).

Besonders beeindruckend: Solarstrom aus Photovoltaik war im Durchschnitt 41 % billiger, Windkraft an Land sogar 53 % günstiger als fossile Kraftwerke. Mit Gestehungskosten von nur 0,034 US-Dollar pro Kilowattstunde ist Onshore-Wind derzeit der günstigste neue Strom weltweit.
 

Doch der wirtschaftliche Vorteil ist nur ein Teil der Erfolgsgeschichte: 582 Gigawatt neue Kapazität aus erneuerbaren Quellen ersparten der Weltwirtschaft 2024 fossile Brennstoffe im Wert von 57 Milliarden US-Dollar – allein durch vermiedene Brennstoffkosten.
 

Das Ende der fossilen Ära – jetzt auch auf dem Finanzmarkt 

„Das Zeitalter der fossilen Energien neigt sich dem Ende zu“, sagt UN-Generalsekretär António Guterres. Doch damit der Aufbruch gelingt, brauche es mehr als technische Lösungen: „Politik und Kapitalmärkte müssen jetzt Investitionen ermöglichen – schnell, gezielt und weltweit.“
 

IRENA-Chef Francesco La Camera ergänzt: „Erneuerbare Energien sind heute die wirtschaftlichste Wahl. Doch geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und steigende Finanzierungskosten drohen diesen Fortschritt auszubremsen.“

Der Bericht zeigt: Obwohl die Technologien marktreif und preiswert sind, kämpfen viele Länder – insbesondere im globalen Süden – mit hohen Kapitalkosten, Netzengpässen und regulatorischen Hürden. In Afrika etwa führen Finanzierungskosten von bis zu 12 % zu deutlich höheren Strompreisen als in Europa, wo der Kapitalzins bei rund 3,8 % liegt.
 

Netze, Speicher, Vertrauen – wo die Herausforderungen liegen 

Ein wachsendes Problem: die Netzintegration. Engpässe, Genehmigungsstau und fehlende Flexibilität im Stromnetz behindern vielerorts den Ausbau. Besonders in den G20-Staaten und Schwellenländern müssen Stromnetze dringend modernisiert werden, um mit dem Tempo der Erneuerbaren mitzuhalten.
 

Auch Speichertechnologien gewinnen an Bedeutung: Die Preise für Batteriespeicher sind seit 2010 um 93 % gefallen – auf aktuell 192 US-Dollar/kWh für große Anlagen. Hybridsysteme aus Wind, Sonne und Speicher sowie KI-gestützte Netztechnologien sollen künftig helfen, das Stromsystem flexibel und stabil zu halten.
 

Der Ausblick: Transformation ja – aber fair 

Die IRENA warnt: Ohne gezielte politische und finanzielle Maßnahmen droht die Energiewende in vielen Regionen zu einer Frage der Gerechtigkeit zu werden. Wo Kapital teuer ist, bleibt auch saubere Energie teuer – trotz fallender Technologiepreise. Notwendig seien internationale Finanzierungshilfen, klare Investitionsrahmen und stabile Lieferketten.
 

Fazit: Die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien ist eindeutig – doch ihre globale Umsetzung bleibt eine politische Aufgabe. Der Übergang ist unumkehrbar. Aber ob er schnell und gerecht gelingt, entscheidet sich jetzt. Die Politik muss  vielerorts trotz Wirtschaftlichkeit handeln, soviel scheint fix. 
 

 

Links

  • Zum vollständigen Bericht: The Cost of Renewable Power Generation 2024

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