Enkeltaugliches Österreich warnt vor Aufweichung von Bio- und Tierwohlkriterien in der öffentlichen Beschaffung
„Wir erleben hier einen bemerkenswerten Versuch, wichtige Nachhaltigkeitsvorgaben zu unterminieren – gerade dann, wenn sie endlich in die Umsetzung gehen sollen“, sagt Andreas Achleitner von Enkeltaugliches Österreich. „Das wäre ein massiver Schlag ins Gesicht für all jene Bäuerinnen, Bauern und Verarbeiter, die in höchste Bio- und Tierwohlstandards investiert haben und auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen sind.“
Kritik an möglichen Rückschritten
Nach den Plänen, die aktuell diskutiert werden, könnten Bio-Quoten gestrichen, Tierwohlvorgaben abgeschafft und neue Schlupflöcher geschaffen werden. Dies widerspreche nicht nur den österreichischen Zielsetzungen zur Erhöhung des Bio-Anteils, sondern gefährde auch jene Betriebe, die bereits in eine nachhaltige Herstellung investiert haben.
Große Hebelwirkung der öffentlichen Hand
Mit einem jährlichen Einkaufsvolumen von rund 76 Millionen Euro alleine beim Bund zählt die öffentliche Hand zu den mächtigsten Akteuren im Lebensmittelmarkt. Diese „riesige Hebelwirkung“ müsse genutzt werden, um verlässliche Absatzmärkte für nachhaltig wirtschaftende Betriebe zu sichern, fordert die Bewegung.
„Durch eine konsequente Umsetzung der nachhaltigen Beschaffung könnten wir nicht nur die besten Landwirtinnen und Landwirte Europas unterstützen“, betont Manfred Huber von Enkeltaugliches Österreich. „Wir sichern damit Arbeitsplätze, schützen fruchtbare Böden und ermöglichen eine gesunde Ernährung. Der Preis auf dem Kassenzettel ist nicht der echte Preis: Konventionelle Landwirtschaft externalisiert ihre Kosten – auf Böden, Gewässer und unsere Gesundheit. Bio hingegen arbeitet zukunftsfähig. Wenn wir Kostenwahrheit ernst nehmen, ist klar: Die öffentliche Hand muss Bio- und Tierwohlprodukte einkaufen.“
Über Enkeltaugliches Österreich
Enkeltaugliches Österreich ist eine Initiative des Vereins für eine enkeltaugliche Umwelt, der 2019 gegründet wurde. Die Bewegung vereint Bio- und Waldbäuerinnen und -bauern, Wissenschaftler:innen, nachhaltige Unternehmen, naturnahe Organisationen sowie engagierte Bürger:innen. Ihr Ziel ist es, Landwirtschaft, Wälder, Landschaft und Wirtschaft langfristig zukunftsfähig zu gestalten. Dazu vernetzt sie nachhaltige Akteur:innen, entwickelt Maßnahmenpläne, setzt Projekte selbst um und stärkt durch gemeinsame Kommunikation das Bewusstsein für eine enkeltaugliche Zukunft.