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Energienutzung zentrales Thema in Reingers

13.03.2005

Waldviertler Energiestammtisch in der Grenzregion

ja © Waldviertler Energie–Stammtisch
ja © Waldviertler Energie–Stammtisch
Im Jahr 2000 wurden auch mit Hilfe vieler Aktivisten aus Reingers die Grenzblockaden gegen das tschechische Atomkraftwerk Temelín organisiert. Aus dieser Bewegung ist auch der Waldviertler Energie–Stammtisch entstanden. Mit der Nutzung der Erneuerbaren Energieträger soll und kann die Atomenergie ersetzt werden.
Am Donnerstag, den 3.3.2005 kamen zahlreiche Anti–Atom–Aktivisten und Interessierte in das Freizeitzentrum in Reingers. Bürgermeister Erich Frasl eröffnete den Abend und gab einen kurzen Überblick über jene Projekte, die in der Region bereits umgesetzt werden konnten. So konnte rasch festgestellt werden, dass bereits viele Biomasseprojekte zur Wärmenutzung vorhanden sind. In Zukunft werden sich aber noch weitere Schwerpunkte entwickeln. Die Produktion von Biotreibstoffen ist genauso ein Thema wie die Verstromung von Biogas und Biomasse und die Stromgewinnung aus Sonnenlicht und Windenergie.

Pyrolyse: Öl aus Biomasse

Gerhard Linhard, von Wallenberger&Linhard, präsentierte das Projekt OPENING, bei dem grenzüberschreitend die Erneuerbaren Energieträger genutzt werden und Projekte umgesetzt werden sollen. Ein Schwerpunkt wird die Nutzung der Biomasse sein. Durch Pyrolyse soll Öl aus Biomasse gewonnen werden, das später als Treibstoff aber auch als Rohstoff in der Industrie zum Einsatz kommen soll. Bei dem Projekt werden dezentrale Anlagen angestrebt, so dass auch die Nutzung der Abwärme leichter möglich wird.
Hans Koller vom Energiestammtisch hielt das zweite Referat und beschäftigte sich besonders mit der Energienutzung. Er zeigte auf, dass Energie in erster Linie vernünftig genutzt werden muss. Viele Häuser sind noch immer schlecht gedämmt und vergeuden Heizenergie. Mit einer guten Gebäudedämmung kann erreicht werden, dass Häuser keine Heizung mehr benötigen, wie auch Beispiele in Waidhofen beweisen. Durch Solaranlagen sind solche Häuser auch in der Lage mehr Energie zu produzieren als sie verbrauchen, man spricht dann von Plusenergiehäusern. Außerdem wies er darauf hin, dass Kraftwerke, bei denen die Abwärme nicht genutzt wird, nicht mehr Stand der Technik sind. Die Verstromung von Biomasse und Biogas ohne Wärmenutzung ist nicht sinnvoll.
Im dritten Teil des Abends referierte Christian Becherer von Pan Natur über Photovoltaikanlagen. Er erklärte wie netzgekoppelte und Inselsolarstromanlagen geplant und errichtet werden können, wo um Förderungen angesucht und Informationen eingeholt werden können. Die Stromproduktion aus Sonnenlicht verursacht keinen Lärm, keinen Gestank und keine Luftverschmutzung. Aus diesem Grund gilt sie als die umweltfreundlichste Methode, um Strom zu produzieren. Durch Förderprogramme ist diese Technologie in Deutschland und Japan auf dem Vormarsch. In Niederösterreich wird sie noch sehr stiefmütterlich behandelt.

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13.03.2005 | Autor*in: litschauer
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