Energiekrise? Nein Fossilkrise!
Die aktuelle Energiekrise zeigt wieder, wie verletzlich unser System ist – und wie abhängig wir noch immer vom Öl sind. Wir sind Fossiljunkies, mit großer Abhängigkeit, keine Frage. Eigentlich sollten wir bereits durch den Ukrainekrieg wissen, wie fragil unsere Fossilabhängigkeit die Wirtschaft macht. Die IEA hat heute festgestellt, dass wir uns in der größten Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes befinden und dazu ein 10 Punkte-Programm ausgearbeitet.
Diese Vorschläge der Internationalen Energieagentur (IEA) gehen in die richtige Richtung: Mehr Homeoffice, ein stärkerer Umstieg auf Bus und Bahn, Carsharing sowie effizienteres Fahren können kurzfristig den Verbrauch deutlich senken. Auch niedrigere Geschwindigkeiten auf Autobahnen sind ein einfacher und wirksamer Hebel.
Doch reicht das? Als Präsidentin des Bundesverband nachhaltige Mobilität bin ich überzeugt: Es braucht mehr Mut aus der Politik. Nicht jeder kluge Schritt kostet uns Geld. Warum nicht gezielt strengere Tempolimits für besonders verbrauchsintensive Fahrzeuge wie Dieselautos einführen? 30 km/h im Ortsgebiet, 80 km/h auf Landstraßen und 100 km/h für alle Dieselautos auf Autobahnen (und ich denke vorerst noch nicht an LKWs) würden nicht nur den Verbrauch senken, sondern auch Sicherheit und Lebensqualität erhöhen.
Klar ist: Einzelmaßnahmen greifen zu kurz. Entscheidend ist ein grundlegender Wandel – hin zu mehr Energieeffizienz und einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien in allen Sektoren.
Die eigentliche Leitlinie sollte lauten: maximale Unabhängigkeit so schnell wie möglich, in allen Bereichen: Strom, Wärme und vor allem im Verkehrssektor. z.B. mehr Öffis statt neuer Straßen, Forcierung des Umstiegs zu Elektrofahrzeugen, auch im Schwerverkehr!
Alles andere ist nur ein Aufschieben der nächsten Krise.
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