Einmal Elektro, immer Elektro: Nur noch 1 Prozent will zurück zum Verbrenner
Noch deutlicher fällt die langfristige Bindung aus: 94 Prozent der E-Auto-Besitzer sagen, dass sie nicht mehr zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zurückkehren wollen. Die Zahlen legen nahe, dass viele Vorbehalte gegenüber der Elektromobilität vor allem vor dem Kauf bestehen – und sich nach einigen Jahren eigener Erfahrung deutlich abschwächen.
Die Befragung zeichnet insgesamt ein sehr positives Bild. 93 Prozent der Befragten sind mit ihrem aktuellen Elektroauto zufrieden. 90 Prozent würden sich beim nächsten Fahrzeug wieder für ein Elektroauto entscheiden, 92 Prozent würden ein E-Auto Freunden oder Familienmitgliedern empfehlen.
Auch die persönliche Bewertung fällt auffallend positiv aus: 85 Prozent halten ihr aktuelles Elektroauto für das beste Fahrzeug, das sie jemals besessen haben. 79 Prozent bezeichnen es sogar als das beste Auto, das sie bisher gefahren haben.
Damit scheint sich ein wichtiger Effekt zu bestätigen: Eigene Erfahrung verändert die Wahrnehmung der Elektromobilität.
Vor dem Kauf gehört die Reichweite für viele Menschen zu den größten Bedenken. Nach dem Umstieg sieht die Situation offenbar anders aus. Wer regelmäßig elektrisch fährt, entwickelt neue Routinen und lädt sein Auto häufig zu Hause.
Statt regelmäßig eine Tankstelle ansteuern zu müssen, beginnt der Tag vielfach mit einer vollgeladenen Batterie. Für längere Strecken stehen Schnelllademöglichkeiten zur Verfügung. Die anfängliche Sorge, mit leerem Akku liegenzubleiben, verliert dadurch an Bedeutung.
Hinzu kommen Eigenschaften, die E-Auto-Besitzer im Alltag besonders schätzen: niedrige Betriebskosten, geringerer Wartungsaufwand, leises Fahren und die unmittelbare Kraftentfaltung des Elektromotors.
Besonders interessant ist, dass die Zufriedenheit offenbar nicht nach dem ersten Enthusiasmus wieder abnimmt. Im Gegenteil: Langjährige E-Auto-Fahrer zeigen eine besonders hohe Bindung an die Elektromobilität.
Das könnte für die weitere Marktentwicklung entscheidend sein. Denn während potenzielle Käufer häufig noch mit Fragen zu Reichweite, Laden und Alltagstauglichkeit kämpfen, verschwinden diese Unsicherheiten bei vielen nach dem tatsächlichen Umstieg.
Ein bemerkenswerter Nebeneffekt: 11 Prozent der Befragten besitzen zusätzlich noch ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor in ihrem Haushalt. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie wieder zurückwechseln. Vielmehr scheint es in manchen Haushalten eine parallele Nutzung von Elektro- und Verbrennerfahrzeugen zu geben oder es wurde nur ein Auto erneuert.
Ganz ohne Kritik kommt die Elektromobilität allerdings nicht davon. Der größte Schwachpunkt aus Sicht der Befragten in den USA bleibt das öffentliche Ladenetz.
Gewünscht werden vor allem mehr Ladepunkte, höhere Zuverlässigkeit und kürzere Ladezeiten. Wer zu Hause laden kann, erlebt diese Probleme deutlich seltener. Auf längeren Fahrten wird dagegen weiterhin Wert auf ein dichtes und funktionierendes Schnellladenetz gelegt.
Gerade hier liegt eine der wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre: Wenn immer mehr Menschen elektrisch fahren, muss die Ladeinfrastruktur mit dem Bestand an Fahrzeugen wachsen.
Die Ergebnisse der CDK-Studie stehen nicht allein. Auch andere Befragungen kommen zu einem ähnlichen Bild: Unter erfahrenen E-Auto-Fahrern ist die Bereitschaft, wieder auf einen Verbrenner umzusteigen, ausgesprochen gering.
Damit zeigt sich ein interessantes Paradox der aktuellen Autodiskussion: Die größten Zweifel an Elektroautos gibt es offenbar bei jenen, die noch keines fahren. Wer den Umstieg tatsächlich gemacht hat, bewertet die Technologie vielfach deutlich positiver.
Die Entwicklung könnte damit auch für den zukünftigen Automarkt wichtig werden. Denn jeder zufriedene E-Auto-Besitzer ist zugleich ein potenzieller Multiplikator und kann Familie, Freunde und Kollegen aus eigener Erfahrung von der Technologie erzählen.
Der Satz „Einmal Elektro, nie wieder Verbrenner“ klingt damit immer weniger nach Werbeslogan sondern immer mehr nach einem Trend, der einfach die Erfahrungen der Nutzer widerspiegelt.