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Ein Schuß gegen erneuerbare Energien bei der Energiesparmesse

28.02.2016

Eine wirtschaftspolitische Allianz formiert sich gegen die FPÖ in OÖ – alle warten auf ein Machtwort von LH Pühringer.

© Austria Solar– Mischensky, Minister Rupprechter, Chr. Sief (SIKO Solar), R. Gattringer (GASOKOL), H. Weiss (mySolar)–  Ministe
© Austria Solar– Mischensky, Minister Rupprechter, Chr. Sief (SIKO Solar), R. Gattringer (GASOKOL), H. Weiss (mySolar)– Ministe
Wels– Vor den letzten Landtagswahlen war Oberösterreich eine internationale Musterregion in Bezug auf Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele. Nach den Wahlen ist ein Alleingang der FPÖ, der der starken Öko–Tec Industrie in Oberösterreich einen Schlag ins Gesicht verpasst!
Am ersten Tag der Energiesparmesse Wels war noch eine heitere Wetterlage spürbar. Der Klima– und Energiefonds präsentierte genau zum richtigen Zeitpunkt ein Teilprogramm zur Förderung der erneuerbaren Energien, u.a. den Förderschwerpunkt „Solaranlagen für Private„.
„Diese Informationen wurden auf der Messe verteilt und von unseren rund 15 Mitgliedsunternehmen, die aktiv als Aussteller auf der Energiesparmesse in Wels vor Ort sind, auch gleich in ihre Beratungsgespräche eingebaut. Die Stimmung konnte am ersten Tag der Messe nicht besser sein„, erzählt Klaus Mischensky, Geschäftsführer von AUSTRIA SOLAR.
Aber dann hingen Gewitterwolken über der Messe. Mischensky berichtet: „Am frühen Nachmittag haben wir die Information erhalten, dass die Direktkförderung für Erneuerbare Energiemaßnahmen in Oberösterreich, z.B. für Solarthermie, Wärmepumpe, Nah– und Fernwärmeanschlüsse usw. mit Ende Juni 2016 völlig überraschend auslaufen soll. Die entsprechende Verordnung befindet sich derzeit in Begutachtung und wurde auch von verantwortlichen Stellen bereits massiv kritisiert„.
Gerade in Oberösterreich sind besonders viele Ökoenergie–Firmen zu finden.
Ronald Gattringer, Geschäftsführer des renommierten Solarunternehmens GASOKOL aus Saxen, OÖ hält fest: „Wir haben die komplette Messevorbereitung und unsere Verkaufsargumente auch auf die aktuelle Fördersituation in unserem Heimmarkt Oberösterreich abgestimmt und werden von dem Plan der FPÖ in Oberösterreich, die Solarthermieförderung im Sanierungsbereich auslaufen zu lassen, total überrascht.„ Gattringer fordert daher, „dass LH Pühringer wieder für stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Heimmarkt von GASOKOL sorgt und Leadership zeigt„.
Mischensky fasst zusammen: „Unsere Mitglieder und auch viele andere aus der Branche der erneuerbaren Energien sind bestürzt und auch erbost. Egal, wie die FPÖ–Politik jetzt argumentiert, es kann nicht sein, dass anlässlich der Energiesparmesse Wels die bisherigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf den Kopf gestellt werden. Wir sind zuversichtlich, dass die FPÖ aufgrund der Entwicklung der letzten Tage mit dieser wirtschafts– und industriepolitischen Fehlentscheidung allein im Regen stehen bleibt.„
Bereits vor 3 Jahren ist der FPÖ–Landesrat mit negativen Aussagen zu erneuerbaren Energien aufgefallen: Als der Grüne Landesrat Rudi Anschober eine Studie vorstellte, die aufzeigte, welches Potential eine Energiewende in Bezug auf Arbeitsplätze und Wachstum in Oberösterreich hat, stellte Haimbuchner zeitgleich eine Studie aus Kärnten vor, die beinhaltete, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien den Industriestandort zu sehr belastet und eigentlich gar nicht so schnell möglich sei.
Allein durch die Einsparung von Gas und Öl, dass wenn man im Wärmesektor auf erneuerbare Energie umstellt, so die Ergebnisse der damaligen Studie von Prof. Schneider aus Linz, könnten bis 2030 ein Profit von 930 Millionen Euro mit regionaler Wirtschaftsleistung geschaffen werden.
Tausende Gäste, darunter auch viele Internationale, die das immense Potential erneuerbarer Energien erkannt haben, stürmten die Energiesparmesse. Vielleicht sollte der FPÖ–Landesrat einmal darüber nachdenken, warum die internationalen Gäste gerade nach Oberösterreich kommen. Man könnte ihm auch empfehlen, sich die vom 3. Nationalratspräsidenten und Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer herausgegebenen, mit Experteninformationen, umgesetzten Beispielen und deren regionalen Auswirkungen gefüllten Bücher zu lesen. Haimbuchner hat sich in der Vergangenheit auch gegen strenge Energiesparkriterien im Wohnbau ausgesprochen, die eigentlich auf längere Sicht gesehen ebenfalls wirklich Sinn machen. "Wohnungen müssen für unseren Landesrat nur megabillig sein" so ein Oberösterreicher aus dem Baubereich. "Sogar schlechte Plastikfenster ohne jegliche Wärmedämmung dürfen bei uns seit dem Vorjahr wieder eingebaut werden! Das ist ein Rückschritt sonders gleichen. Und wirklich sozial ist es auch wieder nicht, weil die Bewohner und Bewohnerinnen dann zwar momentan billig wohnen, aber dann in Zukunft horrende Heizkosten oder im Sommer sogar Kühlkosten haben."
In einem Interview mit dem Standard sagte Haimbuchner vor ein paar Jahren, dass ihm Klimaschutz "kein Herzensanliegen" ist. Das scheint er nun auch bei der oberösterreichischen Förderpolitik in einem Alleingang beweisen zu wollen. Eine fatale Entwicklung, die uns schon bald auf den Kopf fallen könnte.
Zumindest ein Grund zur Freude war bei AUSTRIA SOLAR übrigens der Besuch von Umweltminister Rupprechter am Gemeinschaftsstand.
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28.02.2016 | Autor*in: stevanov
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