Dürrehilfen als Dauersubvention?
Die Dürreschäden, die wir in diesem Jahr in Österreich erleben, werden auf eine Milliarde Euro geschätzt. Bis 2050 wird eine Zunahme von Dürreschäden auf das Vierfache erwartet. Wie wird hier von Teilen der Landwirtschaft gegengesteuert? Mit massiven Flächenbewässerungen, die unseren Grundwasserspiegel absenken, weil sonst manche Kulturen (Mais-Saatgutvermehrung) gar nicht mehr wachsen. Wenn jetzt - absolut notwendig und verständlicherweise - der Landwirtschaft geholfen wird, stellen sich zwei Fragen:
Es gibt sicherlich ausreichend kompetente Expert:innen, die hier konkrete Ideen dazu haben. Wäre es so verkehrt, wenn sie gemeinsam mit den Landwirt:innen Vorschläge ausarbeiten, an die die Förderungen geknüpft werden, damit wir nicht nur Probleme mit (viel) Geld stopfen, sondern mithelfen, diese in Zukunft zu vermeiden bzw. abzulindern? Gibt es vielleicht Länder, die aufgrund der natürlichen Wasserknappheit effizienter mit dem Wasser umgehen als wir und können wir davon lernen?
- Woher kommt das Geld? Irgendwo muss es weggenommen werden, da wir keine neuen Schulden machen wollen bzw. dürfen. Die Spritpreisbremse, die Abschaffung der Diesel- und Firmenwagenprivilegien für Verbrenner und endlich eine faire Besteuerung des Flugverkehrs wären Chancen, die sogar noch wesentlich höhere Förderungen für unsere Landwirt:innen ermöglichen würden. Letztlich ist der Klimawandel der Verursacher der derzeitigen Probleme. Warum nicht also das Geld von den Mitverantwortlichen einholen, statt diese zu belohnen? So könnten finanzielle Spielräume geschaffen werden, um - als Kompromiss - sogar den Agrardiesel auszunehmen. Und Zuschüsse für die Elektrifizierung der Landwirtschaft, wo diese technisch möglich sind, auszuzahlen.
- Werden die Förderungen an Bedingungen geknüpft? Eine rechtlich bindende Verpflichtung auf Flächenbewässerungen (vor allem untertags und bei Wind) zu verzichten, Kulturen auf wassersparende und hitzeresistentere Sorten umzustellen, wären exemplarische Lösungsvorschläge, die die Auswirkungen der Klimakrise in den nächsten Jahren entschärfen könnten. Oder wäre es überhaupt gleich unbürokratischer, die Förderung über Zuschüsse zu wassersparenden Kulturen, Humusaufbau-Maßnahmen und direkte Agri-PV-Förderungen auszuzahlen? Agri-PV würde die Landwirte tatsächlich resilienter machen und einen Schutz für die darunter angebauten Kulturen vor der zunehmenden Sonneneinstrahlung bieten.
Es gibt sicherlich ausreichend kompetente Expert:innen, die hier konkrete Ideen dazu haben. Wäre es so verkehrt, wenn sie gemeinsam mit den Landwirt:innen Vorschläge ausarbeiten, an die die Förderungen geknüpft werden, damit wir nicht nur Probleme mit (viel) Geld stopfen, sondern mithelfen, diese in Zukunft zu vermeiden bzw. abzulindern? Gibt es vielleicht Länder, die aufgrund der natürlichen Wasserknappheit effizienter mit dem Wasser umgehen als wir und können wir davon lernen?
Woher kommt Österreichs Wasser in Zukunft?
Wenn bald die letzten heimischen Gletscher abgeschmolzen sein werden und mit der erwähnten Vervierfachung der Dürreschäden gerechnet wird, werden wir wohl in Österreich bald Wasser rationieren und (hoffentlich) effizienter nützen müssen. Wien baut ja bereits am größten Wasserspeicher der Welt. Und das Schwammstadt-Prinzip sowie Renaturierungen zur Grundwasserstabilisierung sind am Vormarsch und das sind alles sehr gute Nachrichten. Aber wird das reichen?
Woher kommt der Rest an benötigtem Wasser? Sollten wir darüber nachdenken, dass wir Meerwasser aus dem Mittelmeer mit großen PV-Parks entsalzen? Die 416km lange Adria-Wien-Pipeline für 458 Liter Erdöl pro Sekunde gibt's ja bereits seit den 70er Jahren. Diese Pipeline führt zu den trockensten Regionen Österreichs. Und ist es realistisch, hier eine zweite (viel größere) Pipeline - für Wasser - zu bauen? Dass es grundsätzlich möglich ist, Wasser über weite Strecken zu transportieren haben ja bereits die Römer mit ihrem Aquädukt von Konstantinopel bewiesen, das sogar über eine längere Strecke und stolze 700 Jahre in Betrieb war. Allerdings entspricht die jährliche Durchflussmenge der bestehenden Ölpipeline gerade einmal zwei Stunden Donauwasser bei Normalwasserstand*. Welche Dimensionen müsste also eine Wasserpipeline damit haben, um einen deutlichen Beitrag für die Wasserversorgung zu liefern? Einfache Lösungen gibt's sicherlich nicht, aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt darüber nachzudenken.
So oder so gibt es jetzt noch ein Zeitfenster, Maßnahmen einzuleiten, bevor es zu spät ist und unsere Landwirtschaft hier massiv einbricht. Und ja, das sind alles Klimawandel-Anpasssungen. Die beste Zukunftsvorsorge wäre, dass wir endlich zu 100% auf Erneuerbare Energie umstellen. Parallel dazu werden wir uns aber wohl um die Schäden kümmern müssen, die wir durch das fossile System gerade erben.
Lukas Pawek ist Mitgründer von oekonews und Inhaber einer auf die Energiewende spezialisierten Veranstaltungsfirma: www.Energie-Events.at
*Danke auch an Stefan Hantsch für den passenden Vergleich mit der Donau-Durchflussmenge.
Woher kommt der Rest an benötigtem Wasser? Sollten wir darüber nachdenken, dass wir Meerwasser aus dem Mittelmeer mit großen PV-Parks entsalzen? Die 416km lange Adria-Wien-Pipeline für 458 Liter Erdöl pro Sekunde gibt's ja bereits seit den 70er Jahren. Diese Pipeline führt zu den trockensten Regionen Österreichs. Und ist es realistisch, hier eine zweite (viel größere) Pipeline - für Wasser - zu bauen? Dass es grundsätzlich möglich ist, Wasser über weite Strecken zu transportieren haben ja bereits die Römer mit ihrem Aquädukt von Konstantinopel bewiesen, das sogar über eine längere Strecke und stolze 700 Jahre in Betrieb war. Allerdings entspricht die jährliche Durchflussmenge der bestehenden Ölpipeline gerade einmal zwei Stunden Donauwasser bei Normalwasserstand*. Welche Dimensionen müsste also eine Wasserpipeline damit haben, um einen deutlichen Beitrag für die Wasserversorgung zu liefern? Einfache Lösungen gibt's sicherlich nicht, aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt darüber nachzudenken.
So oder so gibt es jetzt noch ein Zeitfenster, Maßnahmen einzuleiten, bevor es zu spät ist und unsere Landwirtschaft hier massiv einbricht. Und ja, das sind alles Klimawandel-Anpasssungen. Die beste Zukunftsvorsorge wäre, dass wir endlich zu 100% auf Erneuerbare Energie umstellen. Parallel dazu werden wir uns aber wohl um die Schäden kümmern müssen, die wir durch das fossile System gerade erben.
Lukas Pawek ist Mitgründer von oekonews und Inhaber einer auf die Energiewende spezialisierten Veranstaltungsfirma: www.Energie-Events.at
*Danke auch an Stefan Hantsch für den passenden Vergleich mit der Donau-Durchflussmenge.