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Deutschland: Übergewinne der Ölkonzerne klettern im Juli auf Rekordwert von knapp einer Milliarde Euro

13.08.2026

Seit Kriegsbeginn haben Konzerne fast vier Milliarden Euro an der Zapfsäule kassiert

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© Lalmch pixabay.com

Berlin - Fünf Monate nach Beginn des Irankriegs haben die Übergewinne der Mineralölkonzerne an den Tankstellen in Deutschland im Juli ein neues Rekordniveau erreicht. Allein im Juli kletterten die zusätzlichen Profite auf die neue Höchstmarke von 976 Millionen Euro, wie eine neue Berechnung des Ölmarktexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace aufzeigt. Weil die Spritpreise deutlich stärker gestiegen sind als die zugrundeliegenden Rohölpreise, fahren die Konzerne hohe zusätzliche Gewinnen ein. Diese Übergewinne haben sich seit Beginn des Konflikts Ende Februar auf insgesamt 3,9 Milliarden Euro addiert. Gestiegene Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland. Im Juli lagen die Energiepreise laut Statistischem Bundesamt um voraussichtlich 8,3 Prozent über dem Vorjahresmonat und zogen damit gegenüber den Vormonaten deutlich an.
 

„Für die Ölkonzerne ist der Irankrieg eine Lizenz zum Abzocken”, sagt Greenpeace-Sprecherin Lena Donat. “Während vielen Menschen beim Blick auf die Tankrechnung schwindlig wird, während die Hitze allein in Deutschland weit über Zehntausend Tote fordert und Europa in Flammen steht, knallen bei Shell, BP und den anderen Öl-Multis die Champagnerkorken. Die Bundesregierung darf nicht länger zusehen, wie die Konzerne schamlos abkassieren und dabei die Klimakrise weiter befeuern. Diese Übergewinne müssen mit einer Steuer abgeschöpft werden und das Geld so eingesetzt werden, dass besonders von den Energiepreisen betroffene Menschen entlastet und wir alle unabhängiger von Öl werden.”
Mit den täglichen Übergewinnen von 31,4 Millionen im Juli hätte die  deutsche Bundesregierung jeden Tag 1500 kleine E-Autos oder 1200 Wärmepumpe inklusive Einbau oder 50.000 Balkonkraftwerke verschenken können.
 

Übergewinne bei Benzin steigen viertes Monat in Folge
 

Die täglichen Übergewinne auf Benzin sind seit März Monat für Monat gestiegen und erreichen im Juli mit 11,1 Millionen Euro laut Studie einen neuen Höchstwert. Die Extra-Profite bei Diesel schnellten im Juli wieder deutlich nach oben auf 20,3 Millionen Euro pro Tag, den dritthöchsten Wert seit Kriegsbeginn. Die massive Preissteigerung bei Diesel und Benzin lässt sich weder durch höhere Kosten noch durch eine knappe Versorgung rechtfertigen, zeigt die Studie. Während Rohöl seit Jahresbeginn um 49 Prozent teurer geworden ist, stiegen die Großhandelspreise für Benzin um 76 Prozent und für Diesel sogar um 117 Prozent, obwohl die Versorgung der deutschen Raffinerien problemlos gesichert ist. Dadurch erzielten die Konzerne im Juli tägliche Übergewinne von durchschnittlich 31,4 Millionen Euro.

Für Greenpeace zeigt diese enorme Margenausweitung, dass die Mineralölwirtschaft sich im Verlauf des Irankriegs systematisch bereichert. Allein acht große Ölkonzerne - Saudi Aramco, BP, Shell, Equinor, TotalEnergies, Eni, Chevron und ExxonMobil - haben in den Kriegsmonaten April bis Juni Übergewinne von insgesamt 93 Milliarden US-Dollar erzielt, zeigen Recherchen der britischen Tageszeitung Guardian.


 

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