Deutschland: BSW-Solar warnt vor Rückschritt bei Photovoltaik-Ausbau
Geplante Änderungen bremsen Investitionen und gefährden Arbeitsplätze. Solarbranche hofft auf Nachbesserungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren.
Berlin – Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht im aktuellen Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle und zum Netzpaket eine Gefahr für den weiteren Ausbau der Solarenergie in Deutschland. Statt den Ausbau zu beschleunigen, würden neue Hürden geschaffen und die Planungs- und Investitionssicherheit für private Haushalte und Unternehmen verschlechtert.
Nach Einschätzung des Verbandes könnten die geplanten Änderungen Investitionen in Milliardenhöhe gefährden und Zehntausende Arbeitsplätze entlang der solaren Wertschöpfungskette aufs Spiel setzen. BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig warnt zudem davor, dass Deutschland bei einem verlangsamten Ausbau länger auf teure Energieimporte und klimaschädliche fossile Kraftwerke angewiesen bleiben könnte.
Besonders kritisch bewertet der Verband die geplanten Änderungen für kleinere Photovoltaikanlagen. Eine
dreijährige Übergangszahlung könne die bisherige feste Einspeisevergütung über 20 Jahre nicht ersetzen. Zudem sollen Betreiber kleiner Anlagen ihren überschüssigen Solarstrom künftig selbst an der Strombörse vermarkten. Der BSW-Solar hält dies für technisch und wirtschaftlich kaum umsetzbar und befürchtet eine deutliche Investitionsbremse.
Die Solarbranche fordert deshalb Bundestag und Bundesrat auf, die geplanten Regelungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren grundlegend zu überarbeiten. Gerade angesichts der Energie- und Klimakrise brauche es nach Ansicht des Verbandes mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien, von Speichern und Netzen – und keine zusätzlichen Hürden für die Solarenergie.