Der Durst nach Daten
Die Studie „Thirst for Data: State Responses to Data Center Water Use“, erstellt vom Getches-Wilkinson Center für natürliche Ressourcen, Energie und Umwelt an der juristischen Fakultät der University of Colorado Boulder, analysiert die Gesetzgebung der US-Bundesstaaten bis Juni 2026. Da es in den USA keine einheitlichen bundesweiten Vorgaben gibt, entwickeln die Staaten zunehmend eigene Strategien für den Umgang mit dem Wasserverbrauch von Rechenzentren.
Besonders betroffen ist der Westen der USA, wo viele neue Rechenzentren entstehen, obwohl dort bereits jetzt Wasserknappheit herrscht. Laut den Autoren wächst die Infrastruktur für KI-Anwendungen in einem Tempo, auf das die bisherige Wasserplanung nicht vorbereitet war.
„KI beschleunigt das Wachstum von Rechenzentren in einem Tempo, für das die traditionelle Wasserplanung nie ausgelegt war“, erklärt Mitautor Daniel Anderson vom Getches-Wilkinson Center. Das Verständnis der unterschiedlichen rechtlichen Ansätze sei entscheidend, um die Wasserversorgung langfristig für alle zu sichern.
Die Untersuchung identifiziert vier zentrale Instrumente, mit denen die Bundesstaaten den Wasserverbrauch steuern:
- Meldepflichten: Betreiber müssen ihren jährlichen Wasserverbrauch erfassen, prüfen und veröffentlichen.
- Vorgaben zur Wassereffizienz: Gesetze begrenzen den Einsatz von Trinkwasser zur Kühlung oder schreiben Mindeststandards für einen sparsamen Wasserverbrauch vor.
- Finanzielle Anreize: Steuervergünstigungen oder Förderprogramme unterstützen den Einsatz wasserarmer oder wasserloser Kühlsysteme.
- Wasserrechtliche Genehmigungen: Neue Rechenzentren müssen nachweisen, dass ihr Wasserbedarf mit den bestehenden Wasserrechten und verfügbaren Ressourcen vereinbar ist.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich die Regulierung in diesem Bereich noch am Anfang befindet. Mit dem weiteren Ausbau von KI-Rechenzentren dürfte sich auch die Gesetzgebung rasch weiterentwickeln. Entscheidend seien künftig vor allem verlässliche Daten über den tatsächlichen Wasserverbrauch sowie mehr Transparenz, damit Politik, Energie- und Wasserversorger und Gemeinden fundierte Entscheidungen treffen können.
Der Bericht bringt ein noch wenig angesprochenes Thema in die Debatte: Der enorme Energiebedarf von KI steht zunehmend im Fokus, obwohl sich der Wasserverbrauch zu einer der großen Umweltfragen des digitalen Zeitalters entwickelt.