Demokratiebildung: Politische Trendwende notwendig
„Die Fähigkeit, demokratische Strukturen zu verstehen, um sich verantwortungsvoll am politischen und gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, ist für junge Menschen heute unverzichtbar“, sagt Südwind-Geschäftsführer Konrad Rehling. Besonders angesichts zunehmender Desinformation und gezielter gesellschaftlicher Spaltung brauche es eine stärkere Unterstützung durch die Bundesregierung.
Südwind setzt in seiner Bildungsarbeit auf Globales Lernen und Global Citizenship Education. Jugendliche sollen dabei nicht nur Wissen über politische und gesellschaftliche Zusammenhänge erwerben, sondern auch erfahren, wie sie selbst Einfluss nehmen können.
Zum Einsatz kommen unter anderem Planspiele, Simulationen, Workshops und internationale Austauschformate. Jugendliche können dabei politische Entscheidungsprozesse kennenlernen und direkt mit Entscheidungsträger:innen auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene diskutieren.
Auch konkrete Projekte sollen junge Menschen zur politischen Beteiligung ermutigen. Y-Turnout EU beschäftigt sich beispielsweise mit politischer Teilhabe und europäischer Politik. Das Projekt Global Districts richtet sich insbesondere an sozial benachteiligte Jugendliche, junge Menschen aus ländlichen Regionen sowie Mädchen und junge Frauen.
Darüber hinaus bietet Südwind österreichweit Workshops zu Themen wie globale Zusammenhänge, Medienkompetenz und soziales Lernen an. Damit sollen junge Menschen auch besser in die Lage versetzt werden, Desinformation zu erkennen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch einzuordnen.
Südwind sieht die aktuellen Entwicklungen in der Bildungspolitik allerdings kritisch. Förderungen für zivilgesellschaftliche Arbeit würden gekürzt, gleichzeitig seien wichtige Inhalte des Globalen Lernens aus dem AHS-Lehrplan gestrichen worden.
„Es braucht hier dringend eine Trendwende“, fordert Rehling. Demokratie müsse nicht nur in Sonntagsreden verteidigt werden, sondern im Bildungsalltag konkret erfahrbar sein. Für Südwind bedeutet Demokratiebildung daher vor allem, junge Menschen zu befähigen, mitzureden, kritisch zu hinterfragen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.