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Cloud-Anbieter brauchen ethische Mindeststandards zum Schutz von Umwelt und Menschenrechten

18.05.2026

Neue Greenpeace-Richtlinie zeigt Big-Tech-Konzernen einen Weg zur schnellen Umsetzung von Ethikregeln

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© Openclips/pixabay.com

Hamburg – Mit einer neuen Richtlinie definiert Greenpeace erstmals ökologische und ethische Mindeststandards für Big-Tech-Unternehmen, wie sie in der Bankenwelt schon bekannt sind. Darin fordert Greenpeace weltweit dominierende Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft und Google auf, Verantwortung für ihre gesellschaftliche Rolle zu übernehmen. Die Richtlinie enthält auch wirksame Ausschlussregeln für Kund:innen, die diese Cloud-Services für Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen oder Angriffe auf die Demokratie missbrauchen. Diese Regeln sind insbesondere für Deutschland wichtig: Die deutsche Bundesregierung beschloss im März 2026, die Kapazitäten für Rechenzentren bis 2030 zu verdoppeln. Die Anschlussleistung für Cloud-Computing und KI soll sich mindestens vervierfachen.

„Big Tech macht sich mit der Ausbeutung fossiler Rohstoffe, der Abholzung von Regenwäldern, umstrittenen Waffensystemen und Massenüberwachung die Taschen voll”, sagt Linda Klapdor, Greenpeace-Expertin für KI und Big Tech. „Diese schmutzigen Geschäfte müssen enden. Wer die digitale Zukunft bauen will, muss die Zerstörung der Gegenwart konsequent von seinen Servern verbannen.”
 

Die neue Ethik-Richtlinie für Anbieter kritischer digitaler Infrastruktur fordert, den Cloud-Zugang für Unternehmen mit schädlichen Geschäftspraktiken zu unterbinden. Ausgeschlossen werden sollen unter anderem:
 

  • Öl- und Gaskonzerne mit Expansionsplänen,
  • Unternehmen, die Regenwälder roden,
  • Hersteller autonomer Waffensysteme,
  • und Überwachungstechnologien wie Echtzeit-Gesichtserkennung und Predictive Policing.

 

Ethische Richtlinien im Finanzsektor längst etabliert
 

Der Finanzsektor kennt das Prinzip: Banken schließen die Finanzierung klimaschädlicher Unternehmen und kontroverser Waffensysteme vertraglich aus. Die Big-Tech-Konzerne sollen zudem Verantwortung für ihre Lieferketten übernehmen: neue Rechenzentren ausschließlich mit echtem Ökostrom betreiben, den Wasserverbrauch offenlegen, Hardware-Lieferketten streng überwachen und faire Arbeitsbedingungen für Clickworker garantieren.

Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben digitale Souveränität zum gemeinsamen europäischen Ziel erklärt. Dennoch investiert  die Amazontochter AWS allein in Deutschland 7,8 Milliarden Euro, während Google, Microsoft und Oracle parallel ausbauen. Ein branchenweiter Ethik-Mindeststandard würde hierbei einen Fortschritt sichern, der dem Gemeinwohl dient und langfristig zum echten Wettbewerbsvorteil wird. „Globale Akteure wie Amazon, Microsoft oder Google müssen erforderliche ethische Mindeststandards respektieren, damit technologischer Fortschritt nicht weiter auf dem Rücken von Mensch und Umwelt ausgetragen wird”, sagt Klapdor. Die Richtlinie liegt als unterschriftsreife Selbstverpflichtung vor. AWS, Microsoft und Google können sie sofort übernehmen. 
 

Die Ethik-Richtlinie für Anbieter kritischer digitaler Infrastruktur finden Sie hier.

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