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China überschreitet grüne Schallmauer: Erneuerbare liefern  mehr als 40 Prozent des Stroms

31.07.2026

Historischer Wendepunkt im Energiesystem: Im ersten Halbjahr 2026 sank der Anteil der Kohleverstromung erstmals unter 50 Prozent, während Wind- und Solarenergie weiter kräftig zulegen

pexels-lee-starry-Windpark.jpg
Windpark © pexels.com lee starry
Peking -China macht bei der Energiewende  Schritt für Schritt nach vorne: Im ersten Halbjahr 2026 stammten erstmals mehr als 40 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Gleichzeitig fiel der Anteil der Kohlekraftwerke an der Stromproduktion auf 49,7 Prozent und damit erstmals für einen Halbjahreszeitraum unter die Marke von 50 Prozent.

Nach Angaben der chinesischen Nationalen Energiebehörde (NEA) erzeugte das Land in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp zwei Billionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen, das ist rund neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum des ersten Quartals. Erneuerbare Energien kamen damit auf einen Anteil von 41,2 Prozent an der gesamten Stromproduktion.
 

Besonders dynamisch entwickeln sich Wind- und Solarenergie. Die installierte Leistung beider Technologien lag Ende Juni um 16,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Zusammen erzeugten Windkraft und Photovoltaik im ersten Halbjahr mehr als 1,2 Billionen Kilowattstunden Strom, das entspricht etwa einem Viertel des gesamten chinesischen Stromverbrauchs pro Jahr.

Demgegenüber erzeugten Kohlekraftwerke rund 2,5 Billionen Kilowattstunden Strom. Ihr Anteil an der gesamten Stromproduktion sank auf 49,7 Prozent. Die chinesische Energiebehörde wertet diese Entwicklung als wichtigen Erfolg der langfristigen Bemühungen, fossile Energieträger  immer weiter durch nicht-fossile Energiequellen zu ersetzen.
 

Energiewende wird zur Frage der Versorgungssicherheit

 

Der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien wird in China nicht nur als Klimaschutzmaßnahme gesehen. Angesichts geopolitischer Spannungen und der Abhängigkeit fossiler Energieträger von internationalen Transportwegen gewinnt auch die Energieversorgungssicherheit an Bedeutung. Erneuerbare Energien stehen im Unterschied zu fossiler Energie immer im eigenen Land zur Verfügung und können damit die Abhängigkeit von importierten Energieträgern verringern.

Parallel zum Ausbau der Erneuerbaren bleibt die Energieversorgung insgesamt stabil. Die installierte Kraftwerksleistung Chinas überschritt inzwischen die Marke von vier Milliarden Kilowatt.  

China verfolgt damit einen tiefgreifenden Umbau seines Energiesystems. Im Juni verabschiedeten die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission und die Energiebehörde den Plan zum Aufbau eines neuen Energiesystems bis 2030. Ziel ist ein sauberes, CO₂-armes, sicheres und effizientes Energiesystem.

Der Ausbauplan für erneuerbare Energien sieht für 2030 einen Strommix vor, in dem die Hälfte der Stromerzeugung aus nicht-fossilen Energien und etwa die Hälfte aus erneuerbaren Quellen stammt. Der aktuelle Meilenstein zeigt: China ist auf diesem Weg bereits deutlich vorangekommen.

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