Burgenland setzt auf Wind und Sonne: Breite Zustimmung für erneuerbare Energien
Die Energieversorgung im Burgenland wird von 94 Prozent der Befragten positiv bewertet. Für 72 Prozent ist es wichtig, dass Strom aus regionalen Energiequellen direkt aus dem Burgenland stammt. Noch höher ist die Zustimmung zu österreichischem Ökostrom: 81 Prozent legen Wert darauf, dass der Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Österreich erzeugt wird.
80 Prozent für weiteren Windkraftausbau
Besonders deutlich fällt die Zustimmung zur Windenergie aus. 80 Prozent der Befragten befürworten den weiteren Ausbau der Windkraft im Burgenland. Damit liegt die Zustimmung laut Studie um zwölf Prozentpunkte über dem österreichweiten Vergleichswert von 68 Prozent.
Auch Photovoltaik stößt auf breite Unterstützung. 75 Prozent sprechen sich für PV-Anlagen auf Hausdächern und auf Freiflächen aus.
„Die Photovoltaik und Windkraft sind im Burgenland sehr beliebt“, sagt Studienautorin Christina Matzka. Auch in den qualitativen Fokusgruppen habe sich gezeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien für viele Menschen mit Sicherheit und Unabhängigkeit verbunden werde.
Das Burgenland zählt seit Jahrzehnten zu den österreichischen Vorreitern bei der Windenergie. Inzwischen wird das Energiesystem zunehmend breiter aufgestellt: Neben Windkraft spielt die Photovoltaik eine immer größere Rolle. Ergänzt wird die Erzeugung durch Speicher und Energiegemeinschaften.
Energiegemeinschaften verbinden Menschen mit Wind- und Sonnenstrom
Auch Energiegemeinschaften sind laut Studie im Burgenland inzwischen gut bekannt. 74 Prozent der Befragten kennen den Begriff – österreichweit sind es 60 Prozent. 57 Prozent können sich vorstellen, einer Energiegemeinschaft beizutreten oder eine bestehende Mitgliedschaft auszuweiten.
Als wichtige Gründe nennen Interessierte vor allem geringere Stromkosten (73 Prozent) und Versorgungssicherheit (65 Prozent).
Mit dem „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“ setzt Burgenland Energie auf ein regionales Modell. Rund 70.000 Menschen sind nach Angaben des Unternehmens bereits Teil dieser Energiegemeinschaft und beziehen Wind- und Sonnenstrom aus dem Burgenland.
Damit soll erneuerbare Energie möglichst direkt in der Region genutzt werden. Die Kombination aus regionaler Erzeugung und Energiegemeinschaften kann dabei die Verbindung zwischen Stromproduktion und Verbraucherinnen und Verbrauchern stärken.
Wind und Sonne als Grundlage für Energieunabhängigkeit
Das Land Burgenland will bis 2030 weitgehend energieunabhängig werden. Grundlage dafür sollen die eigenen erneuerbaren Ressourcen sein. Neben der Stromversorgung sollen Wind- und Sonnenenergie zunehmend auch für Wärme und Mobilität genutzt werden.
Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma verweist dabei auf den Ausbau der vergangenen Jahre. Das Energiesystem habe sich von einem stark durch Windkraft geprägten Modell zu einem breiteren System aus Windkraft, Photovoltaik, Speichern und Energiegemeinschaften entwickelt.
Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, wie schnell zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten geschaffen und mit Speichern, Netzen und flexiblen Verbrauchern verbunden werden können.
Die aktuelle Studie liefert jedenfalls ein deutliches Signal aus der Bevölkerung: Erneuerbarer Strom aus Wind und Sonne genießt im Burgenland eine hohe Zustimmung. 80 Prozent unterstützen weiteren Windkraftausbau, drei Viertel befürworten Photovoltaik. Damit bildet die Akzeptanz der Bevölkerung eine wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie im Land.