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Burgenland baut Erneuerbare stark aus - Verkehr bleibt Klimaproblem

19.08.2026

Das Burgenland hat seinen Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch innerhalb von nur drei Jahren von rund 50 auf mehr als 70 Prozent gesteigert.

BioenergieBadTatzmannsdorf.jpg
Das Biomasseheizwerk Bad Tatzmannsdorf wurde 2025 auf 10 MW ausgebaut, es versorgt neben den Gemeinden Bad Tatzmannsdorf und Oberschützen auch die Avita-Therme, das Gesundheitsressort und das Reha-Zentrum mit Wärme. © Burgenland Energie AG
Damit liegt das Bundesland österreichweit an der Spitze. Besonders Windkraft und Photovoltaik haben zum starken Wachstum beigetragen. 

Die Stromproduktion des Burgenlands ist bereits seit 2013 zu 100 Prozent erneuerbar. Windkraft dominiert dabei mit einem Anteil von 78 Prozent an der Stromerzeugung. Ende 2024 waren 428 Windkraftanlagen mit insgesamt 1.370 Megawatt Leistung in Betrieb. Auch die Photovoltaik hat zuletzt kräftig aufgeholt: Ihre Erzeugung wurde seit 2019 nahezu verzehnfacht.
 

Bioenergie bleibt wichtiger Bestandteil

Neben Wind und Sonne spielt Bioenergie eine zentrale Rolle. Sie deckt 29 Prozent des burgenländischen Energieverbrauchs und ist damit der drittwichtigste Energieträger. Besonders bedeutend ist Holzenergie: Holzheizungen sind das am weitesten verbreitete Heizsystem im Burgenland. Gleichzeitig stammt die Fernwärme als einzigem Bundesland Österreichs zu 100 Prozent aus Biomasse.
 

Auch beim Speichern überschüssiger erneuerbarer Energie baut das Burgenland seine Infrastruktur aus. Bis 2027 sollen Batteriespeicher mit insgesamt 700 Megawatt Leistung entstehen.
 

Verkehr bremst Klimabilanz

Die große Herausforderung bleibt allerdings der Verkehr. Er verursacht rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen des Landes. Seit 1990 sind die Emissionen des Verkehrs sogar um 59 Prozent gestiegen. Das Burgenland ist stark vom Pendelverkehr geprägt, während Diesel-Pkw weiterhin einen hohen Anteil an den gefahrenen Kilometern haben.
 

Beim Umstieg auf Elektromobilität besteht daher noch großer Nachholbedarf. Mitte 2026 waren knapp 9.800 Elektro-Pkw zugelassen, das sind  4,6 Prozent des Pkw-Bestands. Bis 2030 will das Burgenland allerdings mehr als 50.000 E-Fahrzeuge erreichen und bei den Neuzulassungen einen Elektroanteil von über 95 Prozent schaffen.
 

Das Land hat sich mit seinem Klimaschutzgesetz zudem ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 soll bilanziell Klima- und Energieneutralität erreicht werden. Dafür sollen unter anderem rund 40 Wind- und Photovoltaik-Hybridparks mit insgesamt 2.000 Megawatt Leistung entstehen.
 

Das Burgenland zeigt  eindrucksvoll, wie schnell der Ausbau erneuerbarer Energien vorankommen kann. Gleichzeitig macht die Bilanz deutlich: Für echte Klimaneutralität muss neben der Stromerzeugung vor allem der Verkehrssektor deutlich stärker auf erneuerbare Antriebe und klimafreundliche Mobilität umgestellt werden.

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19.08.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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Das Biomasseheizwerk Bad Tatzmannsdorf wurde 2025 auf 10 MW ausgebaut, es versorgt neben den Gemeinden Bad Tatzmannsdorf und Oberschützen auch die Avita-Therme, das Gesundheitsressort und das Reha-Zentrum mit Wärme. © Burgenland Energie AG