Burgenland baut E-Bus-Offensive aus: 20 neue Ladesäulen und neun Elektrobusse im Einsatz
Die neuen Elektrobusse verkehren auf Zubringerlinien im Mittel- und Südburgenland und verbinden Gemeinden mit den zentralen VBB-Hauptachsen. Geladen werden sie mit regional erzeugtem Wind- und Sonnenstrom, wodurch ein Teil der Busflotte bereits heute weitgehend energieautark betrieben werden kann.
Ladeinfrastruktur als Schlüssel zur Elektrifizierung
Mit dem jüngsten Ausbau verfügt die VBB mittlerweile über rund 60 Ladepunkte. Neu errichtet wurden 20 Ladepunkte – darunter 13 leistungsstarke Gleichstrom-Ladepunkte mit bis zu 160 kW sowie sieben Wechselstrom-Ladepunkte mit jeweils 22 kW. Diese ermöglichen nicht nur das nächtliche Laden der Fahrzeuge, sondern auch Zwischenladungen während der Betriebspausen. Gerade im flächenmäßig weitläufigen Burgenland ist eine engmaschige Ladeinfrastruktur entscheidend, damit die Elektrobusse ihre Linien zuverlässig den gesamten Tag bedienen können.
Verkehrslandesrat Heinrich Dorner spricht von einem weiteren Meilenstein für die nachhaltige Mobilität: Das Burgenland nehme mit seiner konsequenten Elektrifizierungsstrategie eine Vorreiterrolle im öffentlichen Verkehr ein.
Zwei E-Bus-Typen für unterschiedliche Anforderungen
Die VBB setzt derzeit auf zwei Fahrzeugtypen:
- e-Citaro: Zwölf Meter langer Standardbus mit 36 Sitz- und 41 Stehplätzen sowie einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern.
- K-Bus: Kompakter Niederflurbus mit 20 Sitz- und 15 Stehplätzen für kleinere Zubringerlinien.
Beide Fahrzeugtypen sind barrierefrei und können während kurzer Betriebspausen innerhalb von rund 20 bis 30 Minuten von 50 auf 80 Prozent ihrer Batteriekapazität geladen werden. Das nächtliche Laden und die Vorkonditionierung der Fahrzeuge werden künftig automatisiert über die Dispositionssoftware der VBB gesteuert.
Infrastruktur weitgehend in Eigenregie errichtet
Ein besonderer Aspekt des Projekts ist die Umsetzung: Planung, Errichtung und Betrieb der Ladeinfrastruktur erfolgten größtenteils durch die Verkehrsbetriebe Burgenland selbst. Unterstützt wurden sie dabei von Burgenland Energie und den Landesimmobilien Burgenland. Die gesamte Steuerung und Überwachung der Ladeeinrichtungen bleibt in den Händen der VBB.
5,7 Millionen Euro investiert
Für die Elektrifizierung investierten die Verkehrsbetriebe insgesamt rund 5,7 Millionen Euro. Ein Großteil der Kosten konnte durch Fördermittel der Europäischen Union sowie der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gedeckt werden. Die Mehrkosten für die Elektrobusse gegenüber Dieselbussen wurden zu rund 80 Prozent gefördert, die Ladeinfrastruktur mit rund 40 Prozent. Zusätzlich senkte die umfangreiche Eigenleistung der VBB die Projektkosten deutlich.
Erste elektrische Regionalbuslinien ab 2028
Für die kommenden Jahre verfolgen die Verkehrsbetriebe bereits die nächsten Ziele. VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits erwartet, dass europäische Hersteller ab 2027 geeignete Elektrobusse für den Regional- und Überlandverkehr anbieten werden. Sobald diese verfügbar sind, sollen Pilotprojekte starten. Bereits ab 2028 könnten erste vollelektrische Regionalbuslinien im Burgenland verkehren.
Mit dem weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur und dem schrittweisen Umstieg auf Elektrobusse setzt das Burgenland seinen Kurs in Richtung klimafreundlicher Mobilität konsequent fort.