Burgenland auf dem Weg zur Energieunabhängigkeit: Burgenland Energie zieht Fünf-Jahres-Bilanz
Der Anteil der im Land erzeugten Energie am eigenen Bedarf ist von rund 50 auf etwa 75 Prozent gestiegen. Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher wurden massiv ausgebaut. Bis 2030 sollen weitere 1.500 MW erneuerbare Leistung dazukommen.
Fünf Jahre nach dem Start ihrer Strategie „Change“ zieht die Burgenland Energie eine positive Zwischenbilanz. Das Unternehmen will das Burgenland bis 2030 weitgehend energieunabhängig und klimaneutral machen. Ein wesentlicher Schritt ist bereits gelungen: Der Anteil des Energiebedarfs, der durch Erzeugung im Burgenland gedeckt werden kann, ist nach Unternehmensangaben von rund 50 auf etwa 75 Prozent gestiegen.
Gleichzeitig wurde die erneuerbare Erzeugungskapazität der Burgenland Energie seit 2021 mehr als verdoppelt. Der Unternehmenswert stieg laut Angaben des Unternehmens von rund 800 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro.
„Die Energieunabhängigkeit ist keine Vision auf dem Papier, sondern längst in Umsetzung“, sagt Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma.
Wind und Sonne massiv ausgebaut
Grundlage der Entwicklung ist vor allem der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik. Die Burgenland Energie verweist dabei auf mehrere Großprojekte. So wurde das nach Unternehmensangaben größte Wind-Repowering-Programm Österreichs abgeschlossen. Alte Windräder wurden durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt.
Auch bei der Photovoltaik wurden neue Maßstäbe gesetzt. In Nickelsdorf entstand eine Anlage mit 100 MW Leistung. In Andau, Tadten und Wallern wiederum verbindet eine rund 240 MW große Kombination aus Windkraft und Photovoltaik erneuerbare Stromproduktion mit Landwirtschaft, Biodiversität und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden und Unternehmen.
Mit Hybridkraftwerken, die Wind und PV kombinieren, wurden ebenfalls neue Konzepte umgesetzt.
Speicher werden zum nächsten Baustein
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion wächst gleichzeitig die Bedeutung von Speichern. Die Burgenland Energie hat mittlerweile in jeder Region des Landes große Batteriespeicher errichtet.
Bis 2027 sollen insgesamt zehn große Speicherprojekte mit mehr als 700 MWh Speicherkapazität entstehen. Sie sollen überschüssigen Wind- und Solarstrom aufnehmen und bei höherem Bedarf wieder zur Verfügung stellen.
Damit soll die schwankende Produktion erneuerbarer Energien besser mit dem Stromverbrauch abgestimmt werden. Speicher werden damit zu einem zentralen Element des geplanten energieunabhängigen Energiesystems.
Energieunabhängigkeit soll breiter werden
Die Strategie beschränkt sich laut Burgenland Energie nicht auf große Kraftwerke. Seit 2021 wurden rund 17.000 Energieunabhängigkeitsprojekte für Haushalte, Unternehmen und Gemeinden umgesetzt.
Auch Energiegemeinschaften spielen dabei eine Rolle. Rund 70.000 Menschen sind mittlerweile Teil des „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“. Ziel ist es, die Bevölkerung stärker in die regionale Energiewende einzubinden und erneuerbare Energie möglichst direkt vor Ort zu nutzen.
Weitere 1.500 MW bis 2030
Der bisherige Ausbau soll in den kommenden Jahren weitergehen. Bis 2030 plant die Burgenland Energie nach eigenen Angaben mehr als 1.500 MW zusätzliche Leistung aus Windkraft, Photovoltaik und Speichern. Ein Schwerpunkt soll dabei auf dem Mittelburgenland liegen.
„Wir haben in fünf Jahren gezeigt, dass Energieunabhängigkeit umsetzbar ist“, sagt Sharma. Bis 2030 soll daraus ein weitgehend energieunabhängiges und klimaneutrales Burgenland werden.
Die Entwicklung zeigt zugleich, wie stark sich das Energiesystem des Burgenlands innerhalb weniger Jahre verändert hat: Aus dem traditionellen Energieversorger wird zunehmend ein Unternehmen, das auf erneuerbare Erzeugung, Speicher, Energiegemeinschaften und flexible Energienutzung setzt.