Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie(current)2
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ersatz fossiler Energie
20260608 oekonews Banner

Bürgerenergie: Warum und wie die Politik sie fördern sollte

29.07.2025

Forschungsprojekt zeigt: Bürgerenergie beschleunigt den Ausbau erneuerbarer Energien, schiebt die Finanzierung der Energiewende an und sorgt für lokale Wertschöpfung sowie Akzeptanz.

Menschen.png.png
© Gerd Altmann - pixabay.com

    Etwa jedes fünfzehnte Windrad in Deutschland wird von einer der 2.500 bis 3.000 Energiegemeinschaften in Deutschland betrieben. Forschende empfehlen der  deutschen Bundesregierung, jetzt die EU-Zielsetzung umzusetzen und Energiegemeinschaften durch politische Ziele, Rahmenbedingungen und verbesserte digitale Vernetzung zu fördern.Berlin/Lüneburg – Immer mehr Bürger*innen schließen sich zusammen, um vor Ort ihre eigene Energie zu erzeugen. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD  wird  dieses Engagement bestärkt: Die Parteien wollen, dass Verbraucher*innen die Energiewende aktiv mitgestalten – etwa durch Bürgerenergie, Mieterstrom oder Energy Sharing. Mit welchen Hemmnissen die Bürgerenergie noch konfrontiert ist und wie diese abgebaut werden können, zeigen Forschende des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Leuphana Universität Lüneburg: Im Impulspapier „Bürgerenergie fördern: Gemeinschaftlich die Energiewende beschleunigen“ der vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Nachwuchsgruppe SteuerBoard Energie empfiehlt das Forschungsteam der Politik, Bürgerenergie gemäß EU-Zielsetzung zu verankern und Ziele zu setzen. Auch sollten die Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene Bürgerenergie fördern, etwa indem Energy Sharing eingeführt oder Lieferantenpflichten vereinfacht werden. Energieerzeuger, Verbraucher*innen und Netzbetreiber müssten digital vernetzt werden, um die Kommunikation zu ermöglichen.


    Energiegemeinschaften: Von Pionieren der Erneuerbaren zu Transformationsakteuren


    In Erneuerbare-Energie-Anlagen wie Solarparks, Windkraftanlagen und Biomassekraftwerken, aber auch Wärmenetzen engagieren sich viele Bürger*innen und betreiben diese eigenverantwortlich. Die Mitglieder einer Bürgerenergiegemeinschaft beteiligen sich aktiv an der Planung, Finanzierung und dem Betrieb der Anlagen. Etwa jedes fünfzehnte installierte Windrad in Deutschland wird auf diese Weise von Bürger*innen betrieben. Im Jahr 2024 gab es etwa 2.500 bis 3.000 Energiegemeinschaften in Deutschland, schätzt die Forschungsgruppe.

    „Bürgerenergiegemeinschaften sind Pioniere beim Ausbau der erneuerbaren Energie“, erklärt Astrid Aretz, Energieexpertin am IÖW. „Bürgerenergie ermöglicht Menschen, an der Energiewende mitzuwirken und bindet sie in nachhaltige Wirtschaftsprozesse ein. Das schafft Akzeptanz und Wertschöpfung vor Ort und sorgt – etwa durch die Finanzierung – dafür, dass die Energiewende vorankommt. Ein Ausbau der Erneuerbaren verringert Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen und ermöglicht demokratische Teilhabe, soziale Inklusion sowie eine gerechtere Verteilung von Ressourcen. So werden die Gemeinschaften zu Transformationsakteuren und stärken die sozioökonomische Resilienz. Die Politik sollte dies als Chance erkennen und mehr fördern“, betont sie.


    Energiegemeinschaften jetzt fördern


    Die EU sieht Bürgerenergie als einen zentralen Bestandteil, um die Energiewende zu beschleunigen und klimaneutral zu werden. Alle Mitgliedstaaten sind verpflichtet, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Im Impulspapier machen das IÖW und die Leuphana Universität Vorschläge, wie Energiegemeinschaften gefördert werden sollten. „Die EU-Solarenergie-Strategie sieht vor, dass in jeder Kommune mit mehr als 10.000 Einwohner*innen eine Energiegemeinschaft etabliert werden soll. Um solche Zielsetzungen zu erfüllen, sollte die  deutsche Bundesregierung – wie im Koalitionsvertrag angekündigt – Energiegemeinschaften fördern, politische Ziele verankern und ihren Fortschritt messbar machen“, so Lars Holstenkamp von der Leuphana Universität.

    „Was wir außerdem empfehlen: Bürgerenergie sollte auf Landes- und Bundesebene bessere Rahmenbedingungen bekommen. Anders als große Investoren im Bereich erneuerbarer Energien steht die Bürgerenergie vor spezifischen strukturellen und finanziellen Herausforderungen, so verfügen sie beispielsweise nur über begrenztes Eigenkapital und werden als risikoreicher bewertet. Auch die digitale Vernetzung sollte vorangetrieben und eine standardisierte Marktkommunikation etabliert werden“, macht der Volkswirt deutlich.

     

    Über das Projekt

    Astrid Aretz vom IÖW und Lars Holstenkamp von der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecolog-Institut leiten die Nachwuchsgruppe „SteuerBoard Energie“, die vom  deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung im Schwerpunkt Sozial-ökologische Forschung gefördert wird. Gemeinsam mit vier Doktorand*innen forschen sie zur Frage, welche Governance Energiegemeinschaften brauchen, um ihre Potenziale zu entfalten. Das Team untersucht etwa spezifische Modelle wie Energy Sharing oder Pooling von Speichern und deren sozio-ökonomische und ökologische Wirkung. Daneben erforscht es die Governance für Energiegemeinschaften in allen europäischen Mitgliedsstaaten und deren Einfluss auf Transformationspfade. Zur Projekt-Website:  www.steuerboard-energie.org/

     


    Richard Harnisch  
    • Drucken
    • Empfehlen
    29.07.2025
    Zum vorigen Artikel voriger Artikel

    STUDIE: Elektroauto-Akkus zweitnutzen, nicht rezyklieren

    Zum nächsten Artikel nächster Artikel

    Deutschland: Im ersten Halbjahr 2025 Wärmepumpen- erstmals vor Gasthermen-Absatz

    oekonews

    Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Mittwoch, 17. Juni 2026, 69.414 Artikel Online

    Weitere Themen

    • Schon in Projektphase zeichnet sich Kostenverdoppelung bei Dukovany-AKWs ab
    • Umfrage: Österreich klar für Energietransformation
    • ÖWG Solar Heaven: Erste Bürgerenergiegemeinschaft im gemeinnützigen Wohnbau startet durch
    • 40 Jahre Urananreicherungsanlage Gronau: Umweltverbände fordern sofortige Stilllegung
    • Geplante LNG-Anlegestelle in Brunsbüttel gefährdet Menschen und Umwelt: Deutsche Umwelthilfe leitet rechtliche Schritte ein
    • Abhängigkeit von Öl und Gas: Budgetrede liefert richtige Diagnose, aber schwache Therapie
    • Energiebranche drängt auf Beschluss des EABG: „Energiezukunft jetzt sichern“
    • Nationalrat beschließt  Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz
    • Doppelbudget: Geringe Fortschritte für Wärmewende, trotz Bekenntnis zur Schlüsselrolle für Wohlstand
    • Schneider Electric: „Trägheit ist Europas größtes Energierisiko”
    • zum ersten Set
    • zurück zum vorigen Set
    • 1(current)
    • 2
    • 3
    • weiter zum nächsten Set
    • zum letzten Set
    13.232 Artikel | Seite 1 von 1.324

    Newsletter

    zur Anmeldung

    Termintipp

    Termin-Tipp buchen

    Oekotermine

    Werben auf oekonews

    Direkt an der Zielgruppe

    Wichtiger Artikel

    STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
    • Suche
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Über oekonews
    • Haftung
    • RSS
    © 2026 oekonews.at
    Menschen.png.png

    © Gerd Altmann - pixabay.com