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Bürger empfinden Energie-Importabhängigkeit bedrohlich

09.04.2026

Mehr als zwei Drittel wollen verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien und Speichern

PG Umfrage ID 2025 75-1320x743.jpg
© BSM
Aufgrund wiederholter Energiekrisen empfindet eine überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung (78 %) die sehr starke Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten als (eher) bedrohlich. Mehr als zwei Drittel (68%) der Wahlberechtigten wünschen sich, dass die  deutsche Bundesregierung die Abhängigkeit von Öl- und Erdgasimporten mit Hilfe eines verstärkten Einsatzes Erneuerbarer Energien und Speicher reduziert. Dies zeigt  eine repräsentative  YouGov-Befragung im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

Die Solarbranche appelliert vor dem Hintergrund der Energiekrise an die Bundesregierung, den Ausbau Erneuerbarer Energien und Speicher zu beschleunigen und diesen keinesfalls zu bremsen.

„Wiederholte geopolitische Krisen und explodierende Energiepreise haben vielen Menschen die Augen geöffnet – die hohe Abhängigkeit von fossilen Energieimporten kann durch einen verstärkten Ausbau heimisch verfügbarer Erneuerbarer Energien deutlich reduziert werden. Das stärkt die Resilienz unserer Volkswirtschaft und senkt die Strompreise aller Verbraucherinnen und Verbraucher,“  sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Pläne des Wirtschaftsministeriums, die Förderung von PV-Anlagen sowie den Stromnetzzugang von Solar- und Windkraftwerken ab 2027 massiv zu beschneiden,  widersprechen diesem gesellschaftsübergreifend erklärten klaren Bürgerwillen. „Sie würden den Ausbau Erneuerbarer Energien ausbremsen und die Abhängigkeit von Erdgas- und Ölimporten deutlich verlängern. Dies käme der deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit teuer zu stehen,“ mahnt Körnig.

Laut Umweltbundesamt ist gerade bei Photovoltaikstrom der substituierte Erdgasanteil hoch: Solarstrom ersetzt anteilig zu 33 Prozent Strom aus Erdgas, zu 55 Prozent Strom aus Steinkohle und zu 12 Prozent Strom aus Braunkohle. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent an der heimischen Stromerzeugung überholte Photovoltaik im Vorjahr nicht nur Braunkohle (rd. 14 %), sondern auch Erdgas (rd. 16 %).

Da Solaranlagen kaum Betriebskosten haben, verdrängen sie im Strommarkt teure  Gaskraftwerke und senken so die Börsenstrompreise. Insgesamt summieren sich die solaren Einsparungen von Haushalten, Gewerbe und Industrie dadurch bereits heute auf über sechs Milliarden Euro pro Jahr, wie eine Analyse des Beratungsunternehmens Enervis im BSW-Auftrag aufzeigt.

Analysen des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ergeben, dass der starke EE-Ausbau, vor allem der Photovoltaik, seit 2022 entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Auswirkungen steigender Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis dieses Mal bereits deutlich geringer ausgefallen sind als während der letzten Energiekrise. Noch sei der EE-Ausbau aber nicht ausreichend, um unabhängig von geopolitischen Schocks zu sein.

Während der preisdämpfende Effekt  von Photovoltaik auf die Strompreise wächst, sinkt ihr Förderbedarf. Die Subventionshöhe pro erzeugter Kilowattstunde liegt laut einer Fraunhofer-Analyse bei allen untersuchten neuen PV-Anlagenkonfigurationen inzwischen bei unter 2,7 ct/kWh. Die Fördereffizienz ist damit höher als gemeinhin angenommen. In den letzten 20 Jahren hat sie sich um über 90 Prozent erhöht. Staatlich subventioniert werden nur die Differenzkosten zum solaren Marktwert an der Strombörse.

 

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