Berlin unter Strom: BVG baut ersten reinen Elektrobusbetriebshof
Ein Kraftpaket für den Kiez
Auf einer Fläche von rund 44.000 Quadratmetern – das entspricht etwa sechs Fußballfeldern – entsteht eine Infrastruktur, die weit über einen einfachen Parkplatz hinausgeht. Ab 2027 sollen hier rund 200 Elektrobusse nicht nur abgestellt, sondern intelligent geladen, gewartet und verwaltet werden.
Das Projekt umfasst:
Lade- und Abstellflächen: Speziell konzipiert für die Anforderungen moderner E-Flotten.
Servicehalle: Ein Hightech-Zentrum für die Instandhaltung.
Verwaltungsgebäude: Ein moderner Arbeitsplatz für die Köpfe hinter der Mobilitätswende.
Vom Industrie-Relikt zum Hightech-Depot
Der Bau eines solchen Großprojekts ist in einer Metropole wie Berlin selten ein „Spaziergang im Park“.Auf dem Gelände des neuen Elektrobusbetriebshofs waren früher verschiedene Industriebetriebe angesiedelt. Es blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück – was für das Team von Drees & Sommer, das die Projektsteuerung und Bauüberwachung leitet, eine echte Knochenarbeit bedeutet.
Um den Boden für die schweren Busse und die Ladeinfrastruktur fit zu machen, wurden rund 9.000 Betonsäulen zur Stabilisierung in den Untergrund getrieben. Doch nicht nur die Statik, auch der Umweltschutz spielt eine Hauptrolle: Ein innovatives Entwässerungssystem reinigt das Oberflächenwasser des versiegelten Hofes so gründlich, dass es in nahezu Trinkwasserqualität in die Spree geleitet wird. Ein Gewinn für den Nahverkehr – und für die Berliner Gewässer.
Der neue Betriebshof ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil der großangelegten Initiative BIG2025. Mit einer Förderung von rund 195 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr drückt Berlin aufs Tempo.
„Bis 2027 soll rund ein Drittel der insgesamt 1.500 BVG-Busse elektrisch unterwegs sein.“
Aktuell rollen bereits 280 Stromer durch die Stadt. Damit die Reichweite nicht zum Abenteuer wird, braucht es genau diese spezialisierten Standorte. Die Köpenicker Landstraße macht den Anfang, doch weitere Höfe an der Säntisstraße und der Minna-Todenhagen-Straße sind bereits in Planung oder im Umbau.
Wenn 2027 die Tore an der Köpenicker Landstraße offiziell öffnen, ist das mehr als nur eine Standorteröffnung. Es ist das Signal, dass die Dekarbonisierung des Berliner Nahverkehrs unumkehrbar ist. Dank der engen Taktung zwischen Bauleitung und Verkehrsplanung zeigt die BVG, dass „Berlin unter Strom“ keine Drohung ist, sondern ein Versprechen für eine leisere und sauberere Stadt.