Batteriespeicher: PV&B Austria fordert faire Netztarife
Wien – Wie Batteriespeicher künftig bei den Netzentgelten behandelt werden, sorgt derzeit für Diskussionen. Der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) fordert, die Gebühren nicht danach zu bemessen, ob ein Speicher allein betrieben oder mit einer Photovoltaik- oder Windkraftanlage kombiniert wird. Entscheidend müsse vielmehr die tatsächliche Wirkung auf das Stromnetz sein.
Nach den derzeit diskutierten Regelungen sollen Stand-alone-Batteriespeicher unter bestimmten Voraussetzungen von Netzentgelten befreit werden. Für Batteriespeicher, die direkt mit einer PV- oder Windkraftanlage verbunden sind, soll diese Begünstigung hingegen nicht gelten.
Hybrid-Speicher können vorhandene Netze nutzen
Aus Sicht des Branchenverbands greift diese Unterscheidung zu kurz. Gerade bei sogenannten Hybrid-Projekten könnten Speicher die bereits vorhandene Netzinfrastruktur einer nahegelegenen Erzeugungsanlage mitnutzen. Dadurch könne zusätzlicher Netzausbau vermieden werden.
PV&B Austria verweist dabei auf mögliche langfristige Einsparungen von bis zu 15 Milliarden Euro. Das entspreche nach Angaben des Verbands etwa einem Drittel der angenommenen Kosten für den notwendigen Netzausbau.
Damit könnten Batteriespeicher nicht nur erneuerbaren Strom zeitlich verschieben, sondern auch dazu beitragen, bestehende Netze effizienter zu nutzen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Betriebsweise, die tatsächlich netzentlastend wirkt.
Netzdienlichkeit soll objektiv bewertet werden
Für PV&B Austria sollte daher nicht die technische oder wirtschaftliche Projektform über die Netzentgeltbelastung entscheiden. Stattdessen müsse anhand nachvollziehbarer Kriterien festgestellt werden, welchen Beitrag ein Speicher für das Stromnetz leistet.
„Wird die Batterie nachgewiesen netzentlastend und damit kostensparend betrieben, muss sich das bei den Netzgebühren für ein Batteriespeicherprojekt niederschlagen“, sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV&B Austria.
Der Verband fordert von der E-Control deshalb eine faktenbasierte Bewertung der Netzdienlichkeit von Batteriespeichern. Auch die aus seiner Sicht bestehende Benachteiligung von Speichern in Hybridprojekten müsse aufgehoben werden.
Speicher werden für Energiesystem immer wichtiger
Mit dem steigenden Anteil von Wind- und Solarstrom wächst der Bedarf an Flexibilität im Stromsystem. Batteriespeicher können überschüssigen Strom aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen. Gleichzeitig können sie, abhängig von ihrer Betriebsweise, zur Entlastung von Netzen und zur besseren Auslastung vorhandener Infrastruktur beitragen.
Welche Kosten dafür künftig über Netzentgelte auf Speicherprojekte zukommen, ist daher auch für den weiteren Ausbau von Batteriespeichern relevant.
„Nur mit praxistauglichen Rahmenbedingungen können Speicher ihren Beitrag zu einem stabilen und leistbaren Stromsystem leisten“, so Paierl. PV&B Austria will diese Position auch im weiteren Verfahren zur Netzentgeltreform vertreten.
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