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Australien: Einfach viel zuwenig Ambitionen beim Klimaschutz

23.11.2020

Australien liegt bei den G20–Staaten in der Klimapolitik im hintersten Bereich

© OpenClipart–Vectors / Australien
© OpenClipart–Vectors / Australien
Die G20 Staaten sind für rund 75 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Im Vorfeld des G–20 Gipfels wurde von Climate Transparency, einer globalen Organisation mit der gemeinsamen Mission, durch verbesserte Transparenz einen „Wettlauf nach oben“ bei Klimaschutzmaßnahmen in G20–Ländern zu fördern, der Klimatransparenzbericht veröffentlicht. 14 unterschiedliche Einrichtungen arbeiten für die Erstellung des Berichts zusammen. Der Climate Transparency–Report (zuvor "Brown to Green–Report", seit 2015) ist der weltweit umfassendste jährliche Bericht über die Klimamaßnahmen der G20–Länder und ihren Übergang zu einer Null–Emissions–Wirtschaft. Die unabhängige, vergleichende Bewertung stützt sich auf die neueste Analyse international renommierter Datensätze wie die der OECD, der Weltbank, CAT und der IEA, sowie auf qualitative Daten von führenden Experten/innen auf diesem Gebiet.
Australien, das sicher nicht zu den armen Ländern der Welt zählt, liegt in defakto allen Klimapolitik betreffenden Bereichen, mit nur einer Ausnahme, im unteren Bereich. Es ist eines von nur zwei Ländern in der G20 , die kein CO2–Preissystem implementieren oder planen wollen. Es gibt keine klaren politischen Anstrengungen zur Steigerung des Anteils erneuerbaren Energien und bei den Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich liegt es sogar an allerletzter Stelle.
Die australische Regierung ist offensichtlich ziemlich ambitionslos: Es gibt keine nationalen Richtlinien zum Ausbau erneuerbarer Energien, keine Details zum Ausstieg aus Kohle, und keinen Plan zum Ausstieg aus Autos mit fossilen Brennstoffen, es gibt keine Festlegung dazu, wie die Dekarbonisierung des Güterverkehrs möglich wäre. Keine Gesetze oder Richtlinien zur nachhaltigen und klimafreundlichen Sanierung bestehender Gebäude. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe ist horrend hoch, die Pro–Kopf–Emissionen sind, wie in dem Bericht zu lesen ist, dreimal so hoch wie jene des G20–Durchschnitts und das, obwohl gerade Australien ganz besonders hohe Anfälligkeit für Klimarisiken erreicht.
Im Verkehrsbereich belegt Australien den letzten Platz. Es gibt zwar Ankündigungen der Regierung, eine nationale Strategie für Elektrofahrzeuge zu veröffentlichen, um die Verkehrsemissionen bis 2030 um 10 Mio. Tonnen zu senken, aber diesen Ankündigungen sind bis jetzt noch keine Entscheidungen gefolgt.
Noch dramatischer ist, so ist der Länderanalyse zu entnehmen, die Teil des Klimatransparenzberichtes, dass die Emissionen aus dem Verkehrsbereich zunehmen, genauso wie jene der Industrie, zunehmend ist auch der Export fossiler Brennstoffe. Nur die Emissionen aus der Stromerzeugung sind gesunken, aber dies ist eine wirtschaftliche Sache, denn der Ausbau erneuerbarer Energien ist billiger als der Neubau fossiler Kraftwerke. Aber trotzdem sind sogar die Investitionen in Wind und Solarenergie gesunken, weil ganz offensichtlich die politische Ausrichtung dazu fehlt.
Das nationale Ziel für erneuerbare Energien für 2020 wurde im vergangenen Jahr erreicht, und die Bundesregierung hat nicht vor, es zu ersetzen. Der Bericht enthält keine Ankündigungen erneuerbarer Energien durch die Regierungen der Bundesstaaten, einschließlich einer Politik in New South Wales in der vergangenen Woche, 12 Gigawatt neue saubere Energie in den nächsten zehn Jahren zu zeichnen. Erneuerbare Energien lieferten zwar 2019 rund 26% des Stroms im Netz, aber insgesamt kamen 93% des gesamten Energiebedarfs von Australien aus fossilen Brennstoffen.
Die australische Regierung setzt nicht auf „Green Recovery“ der Wirtschaft nach der Covid–19–Pandemie, sondern stattdessen auf "Gas Recovery", was ihre Klimapolitik einfach verschlechtert.
Der Bericht zeigt auf, dass Australien bisher nicht auf dem richtigen Weg ist, um seinen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 ° C zu leisten. Dazu müsste es seine Emissionen bis 2030 um etwa 50% unter das Niveau seiner Emissionen von 2005 senken. Derzeit hat Australien eine Senkung um 26–28% als Ziel. Die Regierung meint, dass der Bericht nicht den realen Zielen entspricht, aber die klaren Fakten zeigen das Gegenteil auf.
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23.11.2020 | Autor*in: holler
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