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Armut erhöht die Belastung durch Hitze

08.08.2026

Hitze trifft nicht alle Menschen gleich. Eine aktuelle Bachelorarbeit der OTH Regensburg und Ergebnisse des Regensburger Armutsberichts zeigen: Soziale Benachteiligung und hohe Hitzebelastung überschneiden sich. 

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© Andre Strizhkov unsplash.com
Regensburg- Wer in Armut lebt, ist in Regensburg häufig höheren Temperaturen ausgesetzt und hat zugleich deutlich schlechtere Möglichkeiten, sich davor zu schützen. Das beginnt zunächst bei der Wohnsituation. Menschen mit geringem Einkommen leben häufiger in kleinen, schlecht gedämmten oder stark aufgeheizten Wohnungen, etwa in Dachgeschosswohnungen oder Wohnungen ohne Balkon, Terrasse und Garten. Ein Umzug in eine Wohnung, die mehr Lebensqualität bietet, ist oft keine realistische Option.

„Den armutsbetroffenen Menschen fehlt zuhause häufig ein Zugang zu abkühlenden Ausgleichsflächen. Sie sind mehr als andere auf öffentliche Angebote und kühlende Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum angewiesen“, erklärt Prof. Dr. Ina Schildbach von der OTH Regensburg, Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpolitik und Projektleiterin des Regensburger Armutsberichts. Diese kühlenden Aufenthaltsorte zu erreichen und zu nutzen, ist für viele Betroffene mit Hürden verbunden.
 

Wo Armut und Hitze zusammentreffen

Besonders problematisch ist die räumliche Überschneidung von Armut und Hitze. In ihrer Bachelorarbeit verknüpft Hannah Schmidt Sozialindex und Klimadaten der Stadt Regensburg. Die Auswertung zeigt, dass mehrere Quartiere in Regensburg sowohl sozial benachteiligt als auch überdurchschnittlich von sommerlicher Wärmebelastung betroffen sind. Dazu gehören vor allem Teile des Kasernen- und Ostenviertels, insbesondere der Bereich zwischen Zeißstraße und Benzstraße.
 

Auch in Burgweinting (Käthe-Kollwitz-Straße) sowie in Wutzlhofen (Chamer- und Schlesierstraße) bestehen erhöhte soziale Belastungen und eine hohe thermische Belastung. Dort ist der Zugang zu Grünflächen zwar besser, insgesamt fehlen jedoch insbesondere im Regensburger Osten ausreichend schnell erreichbare thermische Ausgleichsräume, also Grünflächen, die deutlich kühler sind als die dicht bebaute Umgebung.
 

Für Menschen, die dort wohnen, bedeutet das, sie müssen weiter fahren, um Parks oder gezielt städtische Angebote zu erreichen. Der Armutsbericht zeigt jedoch, dass der Weg dorthin eine Hürde darstellt. „Trotz Vergünstigungen, zum Beispiel durch den Regensburger Stadtpass, bleibt Mobilität ein schwieriges Thema. Die 50-prozentige Ermäßigung bleibt für Menschen am Existenzminimum eine finanzielle Hürde.“, erklärt Prof. Dr. Ina Schildbach. Kosten, bürokratische Hürden und Informationsdefizite führen dazu, dass viele Angebote erst gar nicht genutzt werden.
 

Hitze verschärft soziale Ausgrenzung

Während für viele Menschen der Sommer mit Urlaub, Freibad oder Freizeitaktivitäten verbunden ist, zeigen Interviews des Armutsberichts, dass diese Möglichkeiten für viele armutsbetroffene Haushalte unerreichbar bleiben. „Alles kostet Geld“, berichten Betroffene in Interviews. Selbst die Teilhabe an einfachen, konsumfreien Räumen ist häufig mit impliziten Kosten verbunden, etwa für ein Getränk in einem Café, Verpflegung bei einer Veranstaltung oder dem Eintritt ins Schwimmbad.

„Wenn die Stadt Fußball schaut, bin ich meist nicht aktiv dabei. Es setzt ja immer voraus, dass man für Kaffee und Bier gut Geld hat, was so teuer ist,“ berichtet ein weiterer Betroffener. Die Interviews des Armutsberichts deuten darauf hin, dass gut erreichbare Aufenthaltsorte ohne Konsumzwang aus Sicht vieler Betroffener fehlen.

Die Ergebnisse der Bachelorarbeit und des Armutsberichts zeichnen ein übereinstimmendes Bild: Die Folgen von Hitze werden nicht allein durch die Außentemperatur bestimmt, sondern auch durch Wohnsituation, Einkommen, Mobilität und den Zugang zu kühlen Aufenthaltsorten.

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